ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2009Panikstörungen: Subgruppen identifiziert

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Panikstörungen: Subgruppen identifiziert

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LNSLNS Nach dem kognitiven Modell der Panikstörung nehmen Patienten harmlose körperliche Symptome besonders sensitiv wahr und interpretieren sie als Bedrohung ihrer Gesundheit. Konsequenz dieser Fehlinterpretation ist eine Alarmreaktion des Körpers, also eine Panikattacke. Psychologen aus Münster und Mannheim haben jetzt vier Subgruppen bei Patienten mit Panikstörungen ausfindig gemacht. Sie fragten 498 Patienten nach der Ausprägung von zehn körperlichen und vier kognitiv-emotionalen Symptomen während eines Panikanfalls. Eine Gruppe berichtete von stark ausgeprägten Symptomen, eine andere von niedrig ausgeprägten Symptomen in allen Bereichen. Die dritte Gruppe erlebte intensive, vestibuläre Symptome wie Hitze-/Kälteschauer, Schwindel, Schwitzen, Zittern und Übelkeit. Sie berichtete außerdem über verstärktes Depersonalisations-/Derealisationsempfinden und Angst vor Kontrollverlust. Die vierte Gruppe beschrieb besonders ausgeprägte, respiratorische Symptome und litt unter Atemnot, Erstickungsgefühlen, Schmerzen in der Brust, Herzrasen und Parästhesie. Zudem empfanden Patienten der vierten Gruppe Todesangst sowie Angst, verrückt zu werden. Diese beiden Subgruppen besaßen demnach eine spezifische Sensitivität. „In der Therapie sollten solche Patienten gezielt mit Symptomen ihres Reaktionsmusters konfrontiert werden“, empfehlen die Autoren. Das kann entweder durch speziell ausgewählte, interozeptive Expositionsübungen oder durch das gezielte Aufsuchen von Situationen erfolgen, in denen die am meisten gefürchteten Symptome auftreten. ms

Andor F, Glöckner-Rist A, Gerlach A, Rist F: Symptomspezifische Subgruppen der Panikstörung. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2008; 3: 161–71.
PD Dr. Alexander Gerlach, Westfälische-Wilhelms-Universität Münster, Psychologische Diagnostik und Klinische Psychologie, Fliednerstraße 21, 48149 Münster, E-Mail: agerlach@uni-muenster.de
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