ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2009Primäre Osteoporose – leitliniengerechte Diagnostik und Therapie: Beschwerden vor Fraktur

MEDIZIN: Diskussion

Primäre Osteoporose – leitliniengerechte Diagnostik und Therapie: Beschwerden vor Fraktur

The Diagnosis and Treatment of Primary Osteoporosis According to Current Guidelines: Impairments Precede Fractures

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(3): 38; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0038b

Schute, Lothar L.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In dem verdienstvollen CME-Artikel über die „häufigste generalisierte Skeletterkrankung mit einer erheblichen Unter- und Fehlversorgung in Deutschland“ vermisst man in der Zusammenfassung leider den Hinweis auf die notwendige Basal-Medikation mit Kalzium und Vitamin D3, die nur im Text etwas umständlich und wenig einprägsam erwähnt wird; weiter die Empfehlung, grundsätzlich bei Frauen älter als 50 und Männern älter als 60 Jahre die Körpergröße von Hilfskräften messen und nach früheren Messergebnissen fragen zu lassen.

Dann wäre schon im Vorfeld die Verdachtsdiagnose zu stellen und Entsprechendes zu veranlassen.

Die Messung des Bauchumfangs in Nabelhöhe im Stehen und die Messung des Blutdruckes könnte gleichzeitig Risikofaktoren für Herz- und Kreislauferkrankungen aufdecken. Zu oft trifft man Patienten, denen in einer Uniklinik ein teures Biphosphonat verordnet, die erforderliche Basistherapie aber vergessen wurde.

Zu „Klinik“: „Eine Osteoporose ist asymptomatisch. Sie manifestiert sich erst durch Frakturen.“ Nach Meinung der Autoren würde das bedeuten, das „Kind müsse erst in den Brunnen gefallen sein“, ehe die Diagnose zu stellen und eine Therapie einzuleiten ist. Die Wirbelsäulen-Osteoporose macht aber durchaus schon vor der ersten Fraktur Beschwerden. Man trifft kaum einen Betroffenen, der nicht lange vorher Wirbelsäulenbeschwerden hatte, meist bedingt durch Arthrose kleiner Wirbelgelenke, deren Gelenkflächen besonders viele Nozizeptoren besitzen. Osteoporotische Wirbelsäulenformveränderungen, Keilwirbel, Kyphose und Bandscheibenverschmälerung begünstigen die Spondylarthrose, die die Ursache von etwa 80 bis 85 Prozent aller Wirbelsäulenbeschwerden ist. Diese sind oft manuell-therapeutisch gut beeinflussbar, leider meist nur im Sinne eines „Strohfeuereffektes“.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0038b

Dr. med. Lothar L. Schute
Südring 56
63500 Seligenstadt

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.