ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2009Gesetzliche Krankenkassen: Viele Kinder ohne Versicherungsschutz

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Gesetzliche Krankenkassen: Viele Kinder ohne Versicherungsschutz

afp

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LNSLNS Zehntausende Kinder in Deutschland haben nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „ Der Spiegel“ keinen vollen Kran­ken­ver­siche­rungsschutz. Weil viele Geringverdiener mit Kassenbeiträgen in Rückstand sind, verlieren demnach auch deren Familienangehörige ihren Anspruch auf Behandlung im Krankheitsfall. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium wies die Kritik zurück und erklärte, bei akuten Erkrankungen werde weiterhin bezahlt.

Hintergrund der Angelegenheit ist laut „Spiegel“ eine Neuregelung im Rahmen der Gesundheitsreform. Demnach deckt bei Beitragsrückständen die Kran­ken­ver­siche­rung auch bei einem Ehepartner und den Kindern eines Versicherten nur noch Notfälle sowie die Behandlung akuter und schmerzhafter Erkrankungen ab.

Eigentlich wollte die Große Koalition mit dem Gesetz die Zahl der Nichtversicherten verringern. Tatsächlich jedoch zahlen laut „Spiegel“ viele der nun Neuversicherten ihre Beiträge monatelang nicht. In solchen Fällen schreibt das Gesetz den Krankenkassen vor, dass sie nur die Minimalversorgung bezahlen dürfen. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat dem Bericht zufolge in einem Rundschreiben klargestellt, dass sich die Aussetzung bestimmter Versicherungsleistungen auch auf die Angehörigen erstreckt.

Kritik daran kommt laut „Spiegel“ von den Krankenkassen. Er halte es für falsch, Kinder für Versäumnisse ihrer Eltern zu bestrafen, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs. Es müsse schnellstens eine gesetzliche Neuregelung her, etwa durch Beteiligung der Sozialämter.

Der Sprecher des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, Klaus Vater, wies dagegen darauf hin, es würden nur Leistungen verweigert, die verschoben werden könnten. afp
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