ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2009Studium: Mangelnder Ausbildungswille
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. . . Da ich selbst nach dem Studium 1990 in die USA ausgewandert bin und erst 2003 nach Österreich zurückgekehrt und von dort 2008 wieder den Weg nach Deutschland gefunden habe, kann ich diese jungen Mediziner sehr gut verstehen. An fehlenden Stellenangeboten kann es bei dem derzeitigen Medizinermangel in Deutschland sicherlich nicht liegen. Mir wurden gleich mehrere attraktive Stellen bei meiner Rückkehr nach Deutschland angeboten. Ein Grund, warum viele junge Assistenten den Weg ins Ausland suchen, ist meiner Meinung die Ausbildung. Jungen Ärzten wird es hier in Deutschland teilweise sehr schwer gemacht, sich weiter- und fortzubilden. Nur zwei Tage pro Jahr können für Fortbildungszwecke freigenommen werden. In den USA konnte ich zehn Tage und in Österreich fünf Tage pro Jahr auf Fortbildungen gehen. Die Oberärzte, die fast alle Erfahrungen im Ausland machten, haben in Deutschland ein Monopol auf ihr Wissen, das an die Assistenten nur sehr zögerlich weitergegeben wird. Die Ausbildung der Studenten würde ich in Deutschland als sehr gut und strukturiert einstufen, die der Assistenten allerdings als maximal ausreichend bis mangelhaft. Es gibt kein offizielles Curriculum oder eine Zwischenprüfung für Assistenten, zum Beispiel im Rahmen einer Probe-Facharztprüfung. Es gibt auch keine organisierten Seminare, an denen die Assistenten teilnehmen können oder müssen. Hier in NRW wäre dies sicherlich leicht zu organisieren. Ausbildende Einrichtungen werden nicht überprüft, ob sie wirklich ausbilden oder die Assistenten zu Routineaufgaben anlernen und es damit bewenden lassen. Ich glaube, dass dieser mangelnde Ausbildungswille bei den Institutionen und lehrenden Ärzten zu einem Abwandern von jungen Medizinern beiträgt . . .
Dr. med. Katja Severing, Olympiastraße 14,
41464 Neuss
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