ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2009Matthias Rothmund: Ausgezeichneter Pionier

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Matthias Rothmund: Ausgezeichneter Pionier

Dtsch Arztebl 2009; 106(3): A-95

Merten, Martina

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Matthias Rothmund Foto: Universität Marburg
Matthias Rothmund Foto: Universität Marburg
Vor vier Jahren sorgte Prof. Dr. med. Matthias Rothmund für Aufregung. Eigentlich hatte der Facharzt für Chirurgie in seiner damaligen Funktion als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) einfach nur ein Thema auf die Tagesordnung des 122. Chirurgenkongresses bringen wollen, das er für diskussionswürdig erachtete: den Umgang mit ärztlichen Behandlungsfehlern. Dass Journalisten renommierter Tageszeitungen die neue Offenheit als Fehlerbekenntnis interpretieren würden, hatte der heute 66-Jährige nicht erwartet.

Im Nachhinein wurde Rothmund dennoch für seinen Mut belohnt: Gesundheitsstadt Berlin e.V. zeichnete den Dekan des Fachbereichs Medizin der Universität Marburg im November mit dem Deutschen Qualitätspreis aus. Der Vorsitzende von Gesundheitsstadt Berlin, Ulf Fink, lobte ihn als „Pionier in der Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland“.

Rothmund selbst freut sich zwar über den Preis, von dem er „gar nicht wusste, dass es ihn gibt“. Für ihn war das Thema 2005 aber schon „mehr als überfällig“. Schließlich hatte er in den Jahren zuvor zeitweise in den USA gearbeitet, wo das Thema bereits in aller Munde war – insbesondere durch die 1999 herausgegebene Studie des Institute of Medicine „Irren ist menschlich“. Zudem hatte Rothmund im Vorfeld des damaligen Kongresses an seiner eigenen Klinik in Marburg ein Fehler-Meldesystem eingeführt.

Das Preisgeld von 10 000 Euro stellt Rothmund der DGCH zur Verfügung. Denn auch innerhalb der Fachgesellschaft gibt es ein Fehler-Meldesystem, das aber noch weiter ausgebaut werden müsse, meint der Chirurg. Martina Merten
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