ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2009Michel Sidibé: Neuer UNAIDS-Direktor

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Michel Sidibé: Neuer UNAIDS-Direktor

Zylka-Menhorn, Vera

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Michel Sidibé Foto: dpa
Michel Sidibé Foto: dpa
Zum Jahreswechsel hat an der Spitze von UNAIDS ein Stabwechsel stattgefunden: Michel Sidibé übernahm das Amt von UNAIDS-Chef Peter Piot, der das Aidsprogramm der Vereinten Nationen (UN) seit der Gründung 1995 geleitet hatte.

Der 56-jährige Sidibé wurde 1952 in Mali geboren und hat einen Hochschulabschluss in Ökonomie, Internationale Entwicklung und Sozialplanung. Neben Englisch und Französisch spricht er mehrere afrikanische Sprachen. Da Sidibé über langjährige Erfahrungen im Bereich Gesundheit und Entwicklung bei UNICEF und Terre des Hommes verfügt, war er bereits längere Zeit im Gespräch für die Nachfolge des Belgiers Piot – zumal er seine Fähigkeiten seit dem Jahr 2007 als stellvertretender Leiter des UN-Programms in Genf unter Beweis stellen konnte.

Bei den Vereinten Nationen, für die er seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Positionen erfolgreich agiert hat, gilt er als eine herausragende Persönlichkeit.

Die Erwartungen an Sidibé sind hoch: Einige Experten fordern in einem kürzlich in „Lancet“ publizierten Artikel (2008; 372: 2099), dass UNAIDS einer grundlegenden Überarbeitung bedürfe – das heißt, sie müsse kleiner, schlanker und weit besser verwaltet werden. Zudem müsse Sidibé UNAIDS weiterentwickeln und den gegenwärtigen weltweiten gesundheitsbezogenen Fragestellungen anpassen, damit die Organisation überlebe könne. Kritiker hingegen befürworten, das Aids-Bekämpfungsprogramm der Vereinten Nationen einzustellen und in die Welt­gesund­heits­organi­sation zu integrieren. Vera Zylka-Menhorn
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