ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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Foto: Concorde Filmverleih
Foto: Concorde Filmverleih
Zu Beginn des neuen Filmjahrs setzen die großen Streifen auf Spannung und Authentizität. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama
Ab 15. Januar:
Die Klasse
Der diesjährige Cannes-Sieger „Die Klasse“ („Entre les murs“) dürfte wohl stärker polarisieren als jeder seiner Vorgänger, der die Goldene Palme bekam. Denn Laurent Cantets Bilder muten eher wie eine Dokumentation an und liefern vor allem eins: größtmögliche Authentizität und einen nüchternen Blick auf den Schulalltag von Migranten. Der unkonventionelle, idealistische Lehrer François versucht, den 13- bis 15-Jährigen nicht nur die französische Sprache beizubringen, sondern einen respektvollen Umgang miteinander. In der Hauptrolle brilliert François Bégaudeau, selbst einst Lehrer in der Banlieue. Seine Erinnerungen – die Vorlage für den Film – waren 2006 in Frankreich ein Bestseller.
Frankreich 2008, 128 Minuten

Ab 22. Januar:
Der fremde Sohn
1928 lebt Christine Collins (Angelina Jolie) mit ihrem Sohn Walter (Gatlin Griffith) in Los Angeles. Als sie eines Tages bei der Arbeit ist, wird Walter entführt. Fünf Monate sucht die Polizei vergeblich, bis man ihn vermeintlich findet. Doch Christine glaubt als Einzige nicht, ihren Sohn vor sich zu haben. Sie sucht auf eigene Faust weiter und erhält nur von Pfarrer Briegleb (John Malkovich) Unterstützung. Clint Eastwood räumt in seiner Inszenierung einer realen Geschichte mit dem Mythos der „Goldenen Zwanziger“ auf und zeigt das historische Los Angeles als frauenfeindlichen Moloch.
USA 2008, 142 Minuten (FSK: 12 Jahre)
Ab 22. Januar:
Operation Walküre
Bryan Singer hat zugegebenermaßen in seinem Film zum Stauffenberg-Attentat auf Hitler mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Unter anderem muss er einem internationalen Publikum, das meist noch nie vom 20. Juli 1944 gehört hat, den deutschen Widerstand erklären. Singer will dies auf sehr spannende Weise tun, und ohne deutsche Empfindlichkeiten zu verletzen. Das erklärt vielleicht, warum „Operation Walküre“ etwas eingeschüchtert von der historischen Dimension des Themas und dem Anspruch an eine exakte Rekonstruktion wirkt. Auch Tom Cruises Darstellung von Stauffenberg ist nicht mehr als routiniert und solide. So ist der Film ein spannender Thriller geworden – aber eben auch nur das.
USA 2008, 120 Minuten

Ab 5. Februar:
Frost/Nixon
Nach seinem Rücktritt als US-Präsident hüllte sich Nixon drei Jahre in Schweigen. Erst 1977 erklärte er sich bereit, dem britischen Starjournalisten David Frost ein Interview und Auskunft über seine Amtszeit und die Hintergründe des Watergate-Skandals zu geben. Nixon war sich sicher, den als nicht zu schlagfertig bekannten Frost zu beherrschen. Doch als die Kameras laufen, überrascht ein eloquenter, bestens vorbereiteter Frost sein Gegenüber. Zwischen den Männern folgt eine erbitterte Schlacht. Diese kam in London und New York mit viel Erfolg als Theaterstück auf die Bühne. Die beiden Darsteller – Frank Langella als Nixon und Michael Sheen als Frost glänzen nun auch in der Filmadaption von Ron Howard – und gelten schon jetzt als Anwärter auf den Oscar.
USA 2008, 122 Minuten (FSK: 6 Jahre)

Dokumentation
Ab 15. Januar:
Ihr Name ist Sabine
Sabine und Sandrine Bonnaire sind Schwestern. Während Sandrine zu den bekanntesten Schauspielerinnen Frankreichs zählt, leidet Sabine an Autismus und lebt in einem Heim in der französischen Provinz. Schon als Schulmädchen galt sie als verrückt, doch ihre eigentliche Krankheit wird erst diagnostiziert, als sie nach dem Tod ihres Bruders in eine Klinik kommt. Unter Medikamenteneinwirkung büßt sie ihre Persönlichkeit und musische Kreativität ein. Einfühlsam erzählt Sandrine in ihrer ersten Regiearbeit die Geschichte ihrer Schwester und vermittelt Einblicke in die Welt der Psychiatrie.
Frankreich 2007, 85 Minuten
Sabine Schuchart

D
„Henri Matisse – Voyages“, 56 Minuten; „Coco Chanel“, 61 Minuten; „Jackson Pollock“, 52 Minuten; „Otto Dix“, 58 Minuten; „Hogarth’s Progress“, 51 Minuten; jeweils circa 20 Euro; Arthaus- Musik; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel Foto: Arthaus Musik
„Henri Matisse – Voyages“, 56 Minuten; „Coco Chanel“, 61 Minuten; „Jackson Pollock“, 52 Minuten; „Otto Dix“, 58 Minuten; „Hogarth’s Progress“, 51 Minuten; jeweils circa 20 Euro; Arthaus- Musik; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel Foto: Arthaus Musik
VD-TIPP

Kunstgenuss auf dem Bildschirm
Die DVD-Edition „Art Documentary“ beinhaltet nicht nur preisgekrönte Dokumentationen zur Malerei, sondern auch Künstlerporträts aus Mode, Fotografie und Architektur. Ende 2008 erschienen neue Features, die unter anderem Leben und Werk des Malers Henri Matisse (im Bild: „Selbstporträt“ von 1918) in Szene setzen. In nur knapp einer Stunde erhält der Zuschauer Zugang zur Kunst von Matisse: zu seinen Licht- und Farbwelten, seiner Vorliebe für Stoffe und zu den Impulsen, die der Maler von Reisen nach Südfrankreich, Tahiti oder New York erhielt.
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