ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2009Chirurgie: Checkliste kann Leben retten

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Chirurgie: Checkliste kann Leben retten

Dtsch Arztebl 2009; 106(4): A-109 / B-97 / C-93

Meyer, Rüdiger

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Weniger Fehler im OP: Mit der Checkliste gab es seltener schwere Komplikationen. Foto: dpa
Weniger Fehler im OP: Mit der Checkliste gab es seltener schwere Komplikationen. Foto: dpa
Eine kurze Checkliste senkt die Fehlerrate im Operationsraum. In einer internationalen Pilotstudie der Welt­gesund­heits­organi­sation, veröffentlicht im „New England Journal of Medicine“ (2009; doi: 10.1056/NEJMsa 0810119), wurden die Morbidität und die perioperative Mortalität signifikant reduziert.

Die Checkliste der „Safe Surgery Saves Lives Study Group“ hat Platz auf einer einzigen Seite Papier. Sie umfasst 19 Punkte, die zu drei Zeitpunkten (vor der Anästhesie, vor der Hautinzision und bevor der Patient den Operationssaal wieder verlässt) eine kurze Unterbrechung des Arbeitsablaufs für wenige Minuten erfordern. In den Fragen geht es eigentlich um Selbstverständlichkeiten, etwa die Frage, ob Allergien des Patienten bekannt sind, ob der Operationsbereich markiert ist, ob der Pulsoximeter funktioniert, ob genügend Blut- und Flüssigkeitskonserven zur Verfügung stehen.

Ein wesentliches Ziel ist die verbesserte Kommunikation zwischen den Mitgliedern des Operationsteams. So müssen Anästhesisten, Chirurgen und Pflegekräfte vor der Operation sich gegenseitig vorstellen, die Identität des Patienten bestätigen und sich kurz über die Dauer des Eingriffs und mögliche Komplikationen austauschen.

Die Ergebnisse der Studie, die an acht Kliniken (Seattle, Toronto, London, Auckland, Amman, New Delhi, Manila und Ifakara/Tansania) durchgeführt wurde, geben den Forschern recht. Nach der Einführung der Checkliste sank die Häufigkeit schwerer Komplikationen von elf Prozent auf sieben Prozent, ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Die Mortalität ging von 1,5 auf 0,8 Prozent zurück. rme
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