ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2009Informationstechnik: Frustrierend
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„Leider ist nicht alles Gold, was glänzen sollte“ wäre eine bessere Überschrift gewesen. Für die User am Ende der Datenautobahn stellte und stellt sich die Konsolidierung eher als Bleiklumpen mit Goldüberzug dar . . . Natürlich gab es vorher eine Testung des Systems im Probebetrieb unter Mitwirkung zahlreicher Mitarbeiter aus den verschiedenen Kliniken, doch leider musste man nach dem Jahreswechsel feststellen, dass die monierten Fehler zum Teil immer noch vorhanden waren. Die bisher in den einzelnen Kliniken vor Ort befindlichen EDV-Mitarbeiter, zu denen es kurze Dienstwege gab, wurden in die Zentrale abgezogen, sodass für ein 800-Bettenhaus nur mehr drei (drei!) EDV-Mitarbeiter übrig blieben. Dafür wurde eine Hotline eingerichtet, während der Wartezeit konnte man mehrere Ausgaben des DÄ inklusive Stellenanzeigen in Ruhe durchlesen, sofern man die Zeit dazu hatte. Falls man durchkam, sprach man mit einem mehr oder minder kompetenten Mitarbeiter, der das Problem aufnahm, das war’s . . . Viele Ärzte sind inzwischen komplett frustriert, was die EDV anbelangt, da die Probleme entweder gar nicht oder nicht zeitnah abgearbeitet werden . . . Auch die versprochene Performance-Steigerung ist keine wirkliche. Für jedes Office-Programm sowie das KIS muss man sich gesondert anmelden, das kann schon mal eine Minute dauern, gefühlt drei Stunden. Ich kann Herrn Kircher, Direktor des Klinikums Schwabing nur zustimmen, wenn er in dem Artikel sagt: „Ein gut funktionierendes IT-System bildet die Grundlage für eine zukunftsfähige Klinikstruktur.“ Aber leider fehlt’s genau da.
Dr. Wolfgang Brunnhölzl, Daiserstraße 9, 81371 München
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