ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2009Vertragsärzte: Kassen schwimmen im Geld
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. . . Seit Jahrzehnten mahnt die Ärzteschaft einen Morbiditätsausgleich an. Herr von Stackelberg windet sich und meint, darüber muss man noch diskutieren und plädiert dafür, die Morbiditätsentwicklung noch ein paar Jahre zu schätzen. Wie viele Jahre meint Herr von Stackelberg, und werden dann die Ergebnisse seitens der Krankenkassen und ihrer Verbände wieder ignoriert? Die Kassen schwimmen im Geld. Es wird ein Wellnessmarketing betrieben. Sie überlassen uns die unentgeltlich zu leistende Aufgabe, die sogenannte Praxisgebühr einzutreiben, um im nächsten Moment dem Patienten eine Erstattung selbiger in Aussicht zu stellen, wenn er seinen Arzt zur Teilnahme an bestimmten Kassenprogrammen (DMP etc.) drängt. Wenn mir dann noch Patienten in die Praxis kommen (in diesem Fall mehrfach von der BKK Mobil Oil) und von mir verlangen, dass ich eine eidesstattliche Erklärung (Stempel und Unterschrift) abgebe, dass eben dieser Patient Nichtraucher ist und der Patient dafür 120 Euro erhält (das ist deutlich mehr, als ich für ein halbes Jahr ärztlicher Versorgung eines Schwerstkranken abrechnen darf), dann müssen die Kassen im Geld schwimmen. Bei der BKK Mobil Oil teilte man mir auf Nachfrage mit, dass das lächerliche Beträge seien und ganz andere Summen für Patienten ausgegeben werden. Also Peanuts, für die wir ein halbes Jahr einen Schwerkranken versorgen. Ich bin erstaunt, mit welcher Leichtfertigkeit viele Kollegen diese Unterschrift tätigen . . . Einige Kassen misstrauen offenbar ihren Mitgliedern und wir Ärzte sind uns für solche Bütteldienste nicht zu schade. Vielleicht sind 3,511 Cent wirklich noch zu viel für uns. Fragen wir doch einmal Herrn von Stackelberg.
Armin Günther, Hauptstraße 11,
30890 Barsinghausen
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