ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2009Vertragsärzte: Herzlich eingeladen
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. . . Herr von Stackelberg bleibt – wie man das eigentlich erwarten könnte – auf die Sichtweise der Krankenkassen beschränkt. Was mir aber den Blutdruck in die Höhe treiben ließ, waren seine Behauptungen, dass die Ärzte genug verdienen. Offensichtlich lebt Herr von Stackelberg, genauso wie unsere Politiker, in der Großstadt und ist der Überzeugung, dass es allen Ärzten genauso geht wie den Großstadtkollegen mit ausreichend Privatpatienten. Er vergisst, dass es auch kleinere Städte und Gemeinden auf dem Land gibt, wo die Ärzte fast nur auf die Einnahmen aus der GKV angewiesen sind. In diesem Zusammenhang kann ich nicht verstehen, dass ein studierter Betriebswirt seine Behauptungen mit der Erklärung begründet, dass der Punktwert von 5,11 Cent künstlich (oder politisch gewollt) festgelegt wurde und der neue Orientierungspunktwert von 3,5 Cent wirtschaftlich korrekt sei. Als sachkundiger Fachmann sollte er wissen, dass die betriebswirtschaftliche Kalkulation für den EBM 2000plus ausgehend von einem Punktwert von 5,11 Cent berechnet wurde (mit deutlicher Absenkung der Bewertung der Arzt-Arbeitsstunde auf Wunsch der Krankenkassen!) und nicht umgekehrt. Weiter verdrängt Herr von Stackelberg die Tatsache, dass durch die Budgetierung jedes Quartal den niedergelassenen Ärzten um die 30 Prozent Punkte ersatzlos gestrichen werden. Kann sich ein Betriebswirt ausrechnen, wie die üppige Bezahlung der Ärzte mit dieser Kürzung und unter dem Orientierungspunkwert von 3,5 statt 5,11 Cent eine wirtschaftliche Praxisführung ohne genügend Privateinnahmen möglich macht? Es wäre gut, wenn Herr von Stackelberg einmal auch das „ärztliche Fußvolk“ besucht. Ich würde ihm dazu gerne eine Gelegenheit anbieten.
MU Dr. Univ. Prag Michal Blazek, Hauptstraße 57, 92242 Hirschau
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