ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2009Fernsehen im Wartezimmer: KV geht auf Sendung

POLITIK

Fernsehen im Wartezimmer: KV geht auf Sendung

Meißner, Marc

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Politische Clips: Mit kurzen Animationsfilmen vermittelt KV-TV gesundheitspolitische Entwicklungen aus Sicht der Ärzte. Foto: KV Rheinland-Pfalz
Politische Clips: Mit kurzen Animationsfilmen vermittelt KV-TV gesundheitspolitische Entwicklungen aus Sicht der Ärzte. Foto: KV Rheinland-Pfalz
Die KV Rheinland-Pfalz hat das Fernsehen im Wartezimmer entdeckt und nutzt es mit einem eigenen Programm als Plattform für Öffentlichkeitsarbeit.

Am 19. Januar startete die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz das Pilotprojekt KV-TV in 20 ausgewählten Praxen. Die Fernsehgeräte in den Wartezimmern zeigen seitdem Sendungen, die von der KV bereitgestellt werden. Die circa 30-minütige Programmschleife von KV-TV will den Patienten nicht nur die Wartezeit verkürzen: „Wir wollen politisch informieren“, erklärt Dr. med. Günter Gerhardt, Vorsitzender der KV Rheinland-Pfalz, das Hauptanliegen des Projekts. So bietet KV-TV neben informativen Beiträgen und Unterhaltungssendungen kurze, comicartige Clips, die gesundheitspolitische Themen aus der Sicht der Ärzte darstellen. „Wir verstehen uns als Anwälte der Patienten“, erläutert Gerhardt, „und deshalb müssen wir darüber informieren, wie es sich wirklich verhält.“

Neben den redaktionellen Beiträgen der KV kann der einzelne Arzt das Programm mit eigenen Inhalten ergänzen. Zurzeit handelt es sich dabei um die Präsentation der eigenen Praxis, von Mitarbeitern und individuellen Leistungsangeboten. Werbung und Sponsoring werde es nicht geben, betont Gerhardt. Denkbar seien hingegen Filme über medizinische Einrichtungen, die sich auf diesem Wege vorstellen könnten.

Da bisher kaum Daten zur Akzeptanz des Wartezimmerfernsehens vorliegen, wird die achtwöchige Pilotphase von KV-TV wissenschaftlich begleitet. Alle zwei Wochen wird dazu ein neues Programm eingespielt und die Sendungen anhand von Fragebögen evaluiert. Die Auswertung soll zeigen, was gut ankommt und was man besser machen kann. „Die große Frage ist: Wie reagieren die Patienten, wenn wir Ton hinzufügen?“, sagt Anja Kibies, Redakteurin von KV-TV. Deshalb ist das Programm anfangs nur untertitelt, und erst im Verlauf der Testphase wird es mehr vertonte Beiträge geben.

Bisher wird KV-TV auf DVD an die Praxen geliefert. Langfristig ist eine Mediathek geplant, in der Ärzte ihr Programm online aus dem Angebot der KV individuell zusammenstellen können. Das Angebot soll dann auch Beiträge umfassen, die sich an Ärzte oder Praxismitarbeiter richten, und über aktuelle Gesundheitspolitik informieren.

Das Projekt ist bisher auf Rheinland-Pfalz beschränkt. „Unser Ziel ist es, KV-TV deutschlandweit einzuführen“, erklärt Gerhadt. „Es wäre sehr vorteilhaft, wenn alle 17 KVen in Zusammenarbeit mit den Kammern sich daran beteiligen würden.“

Dr. rer. nat. Marc Meißner
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