ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2009Porträt: Nur die halbe Wahrheit
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Setzen, Herr Kollege, Rechnen sechs! Es liest sich wie eine fröhliche Kolumne: Ein freier Arzt entspannt sich nach der 50-Stunden-Woche mit einem guten Gehalt (oder war es nicht Honorar?), lächelnd in die Kamera blickend. Nein, das ist nur die halbe Wahrheit. Ohne sich in den Bereich des Halbwissens zu begeben, wissen Betriebswirte, dass eine Investition eine Rendite erwirtschaften muss, zusätzlich ein Honorar, sprich Überschuss, am Ende für den Investor übrig bleiben muss. Auch wenn hier nur gedeutet werden kann, eine seriöse betriebswirtschaftliche Analyse sieht anders aus. Wir müssen als mittelständische Betriebe von einer Amortisation unserer Investitionen innerhalb von zwei Jahren ausgehen, davon sind wir heute meilenweit entfernt. Wir müssen bei überlanger Studienzeit und spätem Eintritt in das Erwerbsleben überhöhte Einzahlungen in ein Rentensystem gleich welcher Art leisten, um unserer eigenen Altersarmut vorzubeugen, davon sind wir meilenweit entfernt. Wir müssten unseren Fachangestellten ein angemessenes Honorar zahlen, davon sind wir meilenweit entfernt. Wir müssen, müssten, müssen . . . In diesem Fall klingt es aber eher wie: geerbt und nichts dazugelernt . . .
Dr. med. Ulrich Glatzel, An Fronte Karl 10, 76726 Germersheim
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