ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2009Porträt: Lösung der Finanzkrise
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Sie berichten, dass Herr Dr. Pilz mit 1 500 Patienten pro Quartal bei 50 Wochenstunden und acht Wochen Urlaub im Jahr einen Praxisüberschuss von ca. 100 000 Euro vor Steuern erwirtschaftet. Er „findet sein Einkommen in Ordnung und wundert sich, warum so viele Kollegen beständig klagen“. Ich bin überzeugt, dass Sie, wenn Sie nur lange und gründlich genug recherchieren, irgendwo auf dieser Welt einen Arzt auftreiben werden, der auch mit 2 000 Patienten im Quartal bei 60 bis 70 Wochenstunden und vier Wochen Urlaub einen Überschuss von 50 000 Euro vor Steuern völlig in Ordnung findet. Vielleicht stellen Sie in einer der nächsten Ausgaben des DÄ den gesundheitspolitischen Idealfall des altruistischen Heilers vor, der seine Arbeitskraft völlig selbstlos an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden rund um die Uhr ohne persönliche Bereicherungsabsicht für freie Kost und Logis im AOK-Wohnheim in den Dienst der öffentlichen Gesundheit stellt. Sicherlich plagen Herrn Dr. Pilz in Anbetracht seines Praxisüberschusses schwere Gewissensbisse, sodass er die jährlich zunehmenden Restriktionen der GKV als dankbare Gelegenheit empfindet, der Allgemeinheit endlich wieder alles das zurückzugeben, was ihm seine KV in der Vergangenheit gegen seine Überzeugung zu viel überwiesen hat. Mit Herrn Dr. Pilz rückt die Lösung der Finanzkrise im Gesundheitswesen in greifbare Nähe: Ersatz des Zulassungsverfahrens durch eine Gewissensprüfung für Honorar- und Liquidationsverweigerer.
Dr. med. Ulrich Cimniak, Berliner Straße 23, 73728 Esslingen
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