ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2009Gesine Marquardt: Landkarten im Kopf

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Gesine Marquardt: Landkarten im Kopf

Hibbeler, Birgit

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Gesine Marquardt Foto: Körber-Stiftung
Gesine Marquardt Foto: Körber-Stiftung
Demenzkranke finden sich meist in der Umgebung am besten zurecht, die sie gut kennen: zu Hause. Aber auch Pflegeheime können dazu beitragen, dass sich demente Bewohner besser orientieren. Wenn Gebäude einfach gestaltet sind, entstehen „Landkarten im Kopf“. Zu diesem Schluss kommt die Architektin Dr.-Ing. Gesine Marquardt (34) von der Technischen Universität Dresden in ihrer Dissertation. Für ihre Arbeit wurde sie nun mit dem Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet, der an drei Wissenschaftler vergeben wurde und mit je 30 000 Euro dotiert ist.

Mit ihrer Untersuchung von 30 Pflegeheimen zeigte Marquardt nach Angaben der Stiftung erstmalig den Zusammenhang zwischen Gebäudestrukturen und der Orientierungsfähigkeit der dementen Bewohner auf. Gemeinsam mit Gerontologen und Hirnforschern erarbeitete sie Kriterien für eine demenzfreundliche Bauweise. Die Architektur von Heimen müsse Demente in einer möglichst selbstständigen Lebensführung unterstützen, etwa durch kleine Wohneinheiten. Demenzkranke befänden sich in ihrem subjektiven Erleben häufig in früheren Lebensphasen. „Die Wasserhähne einer alten Küche bedienen sie intuitiv. Mit einer modernen Einhebelmischbatterie können sie wenig anfangen.“

Marquardts Erkenntnisse widerlegen viele gängige Annahmen: So finden Demenzkranke bei geraden Fluren besser ihr Ziel als auf Rundwegen. Die vermeintliche Anregung durch mehrere Ess- und Aufenthaltsräume ist für sie verwirrend. Birgit Hibbeler
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