ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2009Anästhesie: Rasche Reversion der Muskelrelaxation

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Anästhesie: Rasche Reversion der Muskelrelaxation

Zylka-Menhorn, Vera

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Rocuronium-Sugammadex- Komplex: Das Rocuronium-Molekül wird fernab des Rezeptors in der Blutbahn durch Sugammadex eingefangen und in einen stabilen Komplex überführt. Foto: Hill & Knowlton GmbH
Rocuronium-Sugammadex- Komplex: Das Rocuronium-Molekül wird fernab des Rezeptors in der Blutbahn durch Sugammadex eingefangen und in einen stabilen Komplex überführt. Foto: Hill & Knowlton GmbH
Sugammadex mit neuartigem Wirkmechanismus: Es inaktiviert das Relaxansmolekül durch Enkapsulierung.

Muskelrelaxanzien sind ein essenzieller Bestandteil der Anästhesie, um die Rahmenbedingungen des chirurgischen Eingriffs, die Intubation und mechanische Beatmung zu erleichtern. Reversoren heben die Wirkung dieser Arzneimittel an der muskulären Endplatte auf. Gängige Antagonisten wie die Acetylcholinesterase-Inhibitoren wirken allerdings nur langsam und können mit Bradykardie, Bronchokonstriktion oder Speichelfluss assoziiert sein. Die Sugammadex-Injektionslösung (Bridion®) zeichnet sich durch einen völlig neuartigen Wirkmechanismus aus, indem der Arzneistoff die Moleküle der Muskelrelaxanzien vom Aminosteroid-Typ umschließt und dadurch inaktiviert.

Bridion besitzt eine hohe Affinität gegenüber Rocuronium (Esmeron®), eine geringere gegenüber Vecuronium (Norcuron®). Nicht steroidale Muskelrelaxanzien (Benzylisochinoline wie Mivacurium oder Atracurium sowie Suxamethonium) können nicht durch Sugammadex enkapsuliert werden. Aufgrund seines raschen Wirkungseintritts kann Bridion auch in Notfallsituationen verwendet werden, in denen eine sofortige Reversierung von Rocuronium erforderlich ist. In klinischen Studien mit Bridion lag die mediane Zeit bis zur Reversierung von Rocuronium bei etwa drei Minuten (tiefe neuromuskuläre Blockade, routinemäßige Reversierung).
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
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