ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2009Allogene Stammzelltransplantation bei der akuten myeloischen Leukämie: Schlusswort
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LNSLNS Herrmann-Frank et al. bezweifeln, dass die Transplantation vom HLA-identen Fremdspender der Familienspendertransplantation ebenbürtig sei. Da für die meisten AML-Patienten kein HLA-identer Familienspender zur Verfügung steht, aber ein HLA-identer Fremdspender identifiziert werden kann, hat dies in der Tat Bedeutung. Die von Hermann-Frank et al. zitierte Studie von Mothy et al. über den Vergleich der dosisreduzierten Konditionierung bei Verfügbarkeit eines HLA-identen Familienspenders mit einer Standard- beziehungsweise Hochdosischemotherapie bei fehlendem Familienspender zeigt eindrücklich die Überlegenheit der Familienspendertransplantation gegenüber anderen Nicht-Transplantations-Strategien bei AML. Einige größere Studien konnten die Gleichwertigkeit der HLA-identen Fremdspendertransplantation gegenüber der Familienspendertransplantation bei AML belegen: In einer Analyse zur Transplantation vom HLA-identen Fremd- versus Familienspender, in die 175 AML-Patienten einbezogen waren, waren der Cytomegalie-Serostatus und eine schwere Spender-Wirt-Reaktion relevant für das Überleben, die Art der Transplantation hingegen nicht (1). Der Vergleich der Ergebnisse der HLA-kompatiblen Fremd- und Familienspendertransplantation bei 368 AML-Patienten in einer Studie ergab, dass der Donortyp keinen signifikanten prognostischen Faktor für das Überleben nach allogener Stammzelltransplantation bei älteren Patienten mit Standard- und Hochrisiko-AML darstellte (2). Patienten mit AML, die von einer allogenen Stammzelltransplantation profitieren würden, aber keinen Familienspender haben, sollten daher von einem Fremdspender transplantiert werden. Eine weitere Evaluation der beiden Transplantationsmethoden ist aber anzustreben. DOI: 10.3238/arztebl.2008.0098b

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Axel R. Zander,
PD Dr. med. Ulrike Bacher
Interdisziplinäre Klinik und Poliklinik für Stammzelltransplantation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; Martinistraße 52, 20246 Hamburg

Prof. Dr. med. Jürgen Finke
Abteilung für Hämatologie und Onkologie; Medizinische Universitätsklinik
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Yakoub-Agha I et al.: Allogeneic marrow stem-cell transplantation from human leukocyte antigen-identical siblings versus human leukocyte antigen-allelic-matched unrelated donors (10/10) in patients with standard-risk hematologic malignancy: a prospective study from the French Society of Bone Marrow Transplantation and Cell Therapy. J Clin Oncol 2006; 24: 5695–702. MEDLINE
2.
Schetelig J et al.: Matched unrelated or matched sibling donors result in comparable survival after allogeneic stem-cell transplantation in elderly patients with acute myeloid leukemia: a report from the cooperative German Transplant Study Group. J Clin Oncol 2008; 26: 5183–91. MEDLINE
3.
Zander AR, Bacher U, Finke J: Allogene Stammzelltransplantation bei der akuten myeloischen Leukämie – Indikationsstellung auf der Basis einer individuellen Risikostratifizierung. Dtsch Arztebl 2008; 105(39): 663–9. VOLLTEXT
1. Yakoub-Agha I et al.: Allogeneic marrow stem-cell transplantation from human leukocyte antigen-identical siblings versus human leukocyte antigen-allelic-matched unrelated donors (10/10) in patients with standard-risk hematologic malignancy: a prospective study from the French Society of Bone Marrow Transplantation and Cell Therapy. J Clin Oncol 2006; 24: 5695–702. MEDLINE
2. Schetelig J et al.: Matched unrelated or matched sibling donors result in comparable survival after allogeneic stem-cell transplantation in elderly patients with acute myeloid leukemia: a report from the cooperative German Transplant Study Group. J Clin Oncol 2008; 26: 5183–91. MEDLINE
3. Zander AR, Bacher U, Finke J: Allogene Stammzelltransplantation bei der akuten myeloischen Leukämie – Indikationsstellung auf der Basis einer individuellen Risikostratifizierung. Dtsch Arztebl 2008; 105(39): 663–9. VOLLTEXT

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