ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2009Randnotiz: Kassenkampf in Bayern

AKTUELL

Randnotiz: Kassenkampf in Bayern

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die bayerischen Hausärzte kämpfen mittlerweile mit ähnlichen Methoden wie Piloten oder Lokführer um mehr Geld: Die Bürger müssen die Unzufriedenheit unmittelbar spüren oder Selbiges sehr überzeugend angedroht bekommen, sonst ändert sich nichts. Der Erfolg gibt ihrem Anführer Dr. med. Wolfgang Hoppenthaller und seinen Kollegen vom bayerischen Ableger des Deutschen Hausärzteverbands recht.

Am 29. Januar hat man sich zu Gesprächen über einen Hausarztvertrag mit dem Landesverband der bayerischen Betriebskrankenkassen (BKK) getroffen. Deren Vorstand, Prof. Dr. Jörg Saatkamp, hält zwar nichts von den bisherigen Verträgen. Er kritisiert, sie hätten nur zu höheren Kosten, nicht aber zu einer besseren Versorgung geführt. Doch nachdem die bayerischen Hausärzte gedroht hatten, BKK-Patienten die Vorzüge ihres Vertrags mit der AOK sehr klar vor Augen zu führen, lenkten die Betriebskrankenkassen ein.

Der AOK-Vertrag ist das leuchtende Vorbild: 50 Euro Grundpauschale pro Quartal, 85 Euro für einen dringenden Besuch, 45 Euro pro Jahr für die Gesundheitsvorsorge, um nur ein paar Elemente zu nennen. Nur: Auch die AOK rechnet. Der alte Vertrag mit den Hausärzten von 2005 wurde bis Ende März 2009 fortgeschrieben, einen neuen für die Zeit danach gibt es noch nicht. „Nur bei zusätzlichen Leistungen kann es auch zusätzliches Honorar geben“, sagt AOK-Vorstand Dr. Helmut Platzer seit Jahren.

Mit Platzer und der AOK kann Hoppenthaller aber offenbar besser als mit Saatkamp und Co. Der war ein paar Jahre Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Die Chemie kann eine große Rolle spielen – auch in der Medizin.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema