ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2009Sterbehilfe: Multidisziplinäre Brücken
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Palliativmedizin als Alternative – sehr schöner Titel. Aber meines Erachtens hapert es nicht in erster Linie an der Umsetzung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Es hapert daran, dass nur noch über diese gesprochen wird, und die allgemeine Palliativversorgung ins Hintertreffen gerät! . . . Im südlichen Rhein-Erftkreis haben wir multidisziplinäre Brücken gebaut und arbeiten seit einem Jahr sehr gut im niedergelassenen und stationären Bereich zusammen. Koordination ist hier nicht ganz so einfach, wenn sie neben dem Tagesgeschäft verrichtet wird. Trotzdem haben wir aus reiner Eigeninitiative heraus einen Flyer, ein Logo und einen eigenen BKK-Vertrag entwickelt. Ideen für SAPV gibt es auch, aber wo ist denn nun die Unterstützung von Frau Ge­sund­heits­mi­nis­terin?! . . . Eine große Klinik wie in Köln oder anderswo mag da vieles erleichtern, auch Praxisnetze sind da hilfreich. Aber wir versuchen es ohne diese Dinge! Es mag ja die GKV verzögern, aber sind es nicht auch die Ängste manch niedergelassener Kollegen, das fehlende Teamplaying im niedergelassenen Bereich? Neulich sagte ein älterer Kollege zu mir, er sei seit 35 Jahren Hausarzt und bräuchte keine Hilfe von Palliativmedizinern, die könnten ihm nichts mehr erzählen. Meinen Vergleich mit Fachärzten oder Diabetologen hat er gar nicht verstanden. Wenn niemand etwas zur Qualifizierung der Palliativmediziner und ihrer Stellung im niedergelassenen Sektor tut, dann hapert es! Die extrabudgetäre Bezahlung ruft auch die Zauderer auf das Tableau zu sagen „ . . . in drei, vier Jahren ist es aus mit der Palliativmedizin, so wie mit den DMP!“ . . . Solange ich bei der Vorstellung des Netzwerks mit solchen Einstellungen konfrontiert werde, fällt es mir schwer, an SAPV zu glauben . . . Die Krankenkassensachbearbeiter sind auch immer ganz irritiert, wenn sie mit der palliativmedizinischen Versorgung vor Ort und deren Möglichkeiten konfrontiert werden. Wollen wir nicht erstmal die Grundgangarten beherrschen, bevor wir mit der Hohen Schule beginnen?! . . .
Dr. med. Astrid Bitschnau, Königstraße 33, 50321 Brühl
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