ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2009Psychiatrie: Lehrbuch auf hohem Niveau

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Psychiatrie: Lehrbuch auf hohem Niveau

Schaletzky, Rena

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Mathias Berger (Hrsg.): Psychische Erkrankungen. Klinik und Therapie. 3. Auflage, Urban & Fischer, Elsevier GmbH, München 2009, 1 232 Seiten, gebunden, 199 Euro
Mathias Berger (Hrsg.): Psychische Erkrankungen. Klinik und Therapie. 3. Auflage, Urban & Fischer, Elsevier GmbH, München 2009, 1 232 Seiten, gebunden, 199 Euro
„Der Berger“ – wenigen Lehrbüchern der Medizin gelingt es, Standards für ihr Fach zu setzen. „Psychische Erkrankungen“ von Mathias Berger und Mitarbeitern gehört zweifelsohne dazu und liegt nun in der dritten Auflage vor. Schon seit der ersten Auflage 1999 beantwortet das Lehrbuch auf hohem Niveau und dabei ausgesprochen interessant und kurzweilig die drängenden Fragen des Psychiaters, des Studenten, aber auch des interessierten Kollegen anderer Disziplin. Selbst in exotischeren Randthemen, wie zum Beispiel den artifiziellen Störungen, legt der Berger fundierte Fachinformation vor. Seit der zweiten Auflage von 2003 inkludierte er systematisch die evidenzbasierte Medizin und bezieht unter Zusammenarbeit mit dem Deutschen Cochrane-Zentrum die Review-Arbeiten des Faches mit ein, ohne deren Grenzen bei der Bewertung einiger Studien zu verschweigen. Er stellt damit die psychiatrische Krankheitslehre auf ein wissenschaftlich fundiertes Fundament, weg von tradierten und auf individueller Erfahrung basierenden Überzeugungen Einzelner hin zu empirisch überprüften Erkenntnissen.

Nun liegt die dritte Auflage vor: Die Ergebnisse neuer Metaanalysen unterstützen den Leser bei der Wahl der entsprechenden Therapien, sowohl psychopharmakologischer als auch psychotherapeutischer Art. Dem Autismus im Erwachsenenalter und – sehr lobenswert – dem Stigmaproblem des psychisch Kranken wurden neue Kapitel gewidmet. Darüber hinaus erhält der Leser neben dem Buch auch das Recht, sich über ein Internetportal über neue Reviews und der Off-label-Verschreibungsproblematik auf den aktuellsten Stand zu bringen. Hier wird das Problem des raschen Wissensverfalls in der Medizin, welcher dazu führt, dass schon kurz nach dem Erscheinen eines Lehrbuchs neue Erkenntnisse einzelne Fakten ergänzen oder auch Grundlegendes verändern können, angegangen. Der Nutzer kann darüber hinaus in Foren mit Kollegen diskutieren und sich über „Randthemen“ informieren, die den Umfang des Lehrbuchs gesprengt hätten, wie zum Beispiel neue, noch nicht in der ICD-10 implementierte Erkrankungen wie die posttraumatische Verbitterungsstörung, und darüber hinaus CME-Punkte sammeln. Viele Bilder und anschauliche Darstellungen sollte man nicht erwarten, da bleibt der Berger seinem etwas kargen Image treu, wobei er immerhin mittlerweile die Farbe Rot entdeckt hat – nun ja, auf den Inhalt kommt es an, und der lässt nach wie vor keine Psychiaterwünsche offen. Rena Schaletzky
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