ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2009Zornige Basis: Verlässliches Minus

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Zornige Basis: Verlässliches Minus

Rieser, Sabine

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Zahlreiche Leserinnen und Leser haben in Briefen an das Deutsche Ärzteblatt zur Honorarreform Stellung genommen. „Gewinner“ sind nicht darunter. Die Leserbriefschreiber erläutern, welche Einbußen sie befürchten und warum sie sauer sind – im Folgenden einige Ausschnitte:
- „Der Vorstand der KV Nordrhein hat diese Reform völlig zutreffend als den Versuch klassifiziert, altbekannte Budgetierungsmechanismen neu zu verpacken. Für Augenärzte ist das Regelleistungsvolumen derart niedrig angesetzt, dass über den Ordinationskomplex hinaus praktisch keine Leistungen erbracht werden können.“
- „Ich bin als Nervenarzt niedergelassen, bekomme ab Januar 2009 rund 7 000 Euro weniger im Quartal, mein Kollege sogar 12 000 Euro. Ich habe übrigens wie alle meine Kollegen keine Ahnung, was ich im II., III. und IV. Quartal 2009 verdienen werde.“
- „In meiner nuklearmedizinischen Praxis gibt es keine einzige szintigrafische Untersuchung, deren Preis in Euro inklusive der Konsiliarpauschale unterhalb des vorläufigen bayerischen Fachgruppenfallwerts liegt.“
- „Als HNO-Arzt kann ich nur für meine Fachgruppe sprechen: In dieser haben mehr als 24,5 Prozent der Praxen Umsatzkürzungen von 15 Prozent und mehr zu verzeichnen! Es hat eine brutale Umverteilung stattgefunden. Belohnt wurden die Praxen, in denen eine 5-Minuten-Medizin praktiziert worden ist.“
- „Entgelte in den verschiedenen Facharztbereichen von 17 bis 30 Euro pro Patient in einem Quartal können nicht mehr zu einer medizinisch sinnvollen Therapie führen. Im Fachbereich Orthopädie werden fünf Euro für Röntgenleistungen des gesamten Quartals vorgesehen. Wie soll das funktionieren?“
- „Für mich als Kinder- und Jugendarzt ergibt diese Reform ein verlässlich geschätztes Minus von etwa 18 Prozent für das Gesamthonorar, das damit auf ein Niveau von vor 1995 zurückfiele. Wo in unserer Gesellschaft gibt es sonst eine Chipkarte/Kreditkarte, auf die man weitgehend freien Zugang zu Leistungen erhält, ohne sie adäquat mit Gegenleistung wieder aufzuladen?“ Rie
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