ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2009Kinder und Jugendliche: Psychische Gesundheit in Europa

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Kinder und Jugendliche: Psychische Gesundheit in Europa

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LNSLNS Ein europäisches Wissenschaftlerteam hat untersucht, wie es um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Europa bestellt ist. Im Rahmen des EU-Projekts KIDSCREEN befragten sie knapp 16 000 zwölf- bis 18-jährige Europäer und deren Eltern nach emotionalen Auffälligkeiten und Verhaltensproblemen. Beim Ländervergleich fiel auf, dass verhältnismäßig viele psychisch auffällige Kinder in Großbritannien lebten. In ärmeren Ländern (Tschechien, Griechenland, Ungarn) wurden mehr psychisch erkrankte Kinder registriert als in reicheren Ländern. Unabhängig vom Land zeigten sich folgende Risikofaktoren: Weibliches Geschlecht ging eher mit emotionalen, männliches Geschlecht mit Verhaltensauffälligkeiten einher. Mangelnde soziale Unterstützung durch die Familie, zerrüttete Familienverhältnisse und emotionale Vernachlässigung erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder psychische Symptome entwickelten. Eine ausgeprägte soziale Unterstützung war hingegen eine Ressource, die psychopathologische Entwicklungen verhindern konnte. Litten die Eltern unter psychischen Problemen, war das ein erheblicher, familiärer Stressfaktor, der Kinder anfälliger für psychische Erkrankungen machte. „Kinder, die psychisch erkrankt sind, haben eine deutlich verminderte Lebensqualität“, berichten die Wissenschaftler. Sie fordern daher frühzeitige Interventionen für gefährdete Kinder und Jugendliche. ms

Ravens-Sieberer U et al.: Mental health of children and adolescents in 12 European countries – Results from the European KIDSCREEN Study. Clinical Psychology and Psychotherapy 2008; 15(3): 154–63.
Ulrike Ravens-Sieberer, Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf,
Martinistraße 52, 20246 Hamburg, E-Mail: Ravens-sieberer@uke.uni-hamburg.de
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