ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2009Essstörungen: Komprimierte Darstellung

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Essstörungen: Komprimierte Darstellung

PP 8, Ausgabe Februar 2009, Seite 83

Schulte-Cloos, Angelika

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Bei Essstörungen und Adipositas gelten die aufgenommene Nahrungsmenge beziehungsweise das resultierende Körpergewicht als krankhaft. Das damit verbundene erhöhte Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder des Bewegungsapparates belastet nicht nur die Betroffenen, sondern durch die teils immensen Kosten auch die Volkswirtschaft. Die zahlreichen Versuche der Gegensteuerung waren leider bisher nicht von Erfolg gekrönt: Mittlerweile wiegt jeder zweite Bundesbürger zu viel, und ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen zeigt ein auffälliges oder krankhaftes Essverhalten. Was also tun?

Das Handbuch stellt komprimiert alle wichtigen und aktuellen wissenschaftlich verankerten Aspekte der Essstörungen und der Adipositas und deren Behandlung dar. Es richtet sich als Nachschlagewerk an Psychiater, Psychotherapeuten, Psychosomatiker und klinische Psychologen in Klinik und Praxis. Beim Thema Essstörungen geht es zunächst um die Klassifikation, die Epidemiologie und den Verlauf. Weitere Kapitel widmen sich der psychischen und der medizinischen Komorbidität und den biologischen und medizinischen Aspekten. Nach den Möglichkeiten der Prävention und deren Wirksamkeit folgen ausführliche Kapitel zu den unterschiedlichen Therapieansätzen (Familientherapie, psychodynamische Therapie, kognitive Verhaltenstherapie, interpersonelle Psychotherapie, Pharmakotherapie und auch stationäre und teilstationäre Psychotherapie). Des Weiteren gehen die Autoren auf die Behandlung von Körperbildstörungen, die Zwangsbehandlung der Anorexia nervosa und die Behandlung chronisch kranker Patienten ein und stellen Möglichkeiten der Selbsthilfe vor.

Beim Thema Adipositas folgen den Kapiteln Ätiologie und Diagnostik und Epidemiologie solche zu den psychosozialen Faktoren, den genetischen und den klinischen Aspekten und über die medikamentös induzierte Adipositas. Auf Komorbiditäten wird ebenfalls eingegangen. Nach der „Prävention“ und der „Behandlung in Kindheit und Adoleszenz“ erfährt man viel über die Standards der Behandlung, die Verhaltenstherapie, die Möglichkeiten von Sport und körperlicher Aktivität. Aber auch die medikamentöse Therapie und die chirurgischen Möglichkeiten mit den psychosomatischen Aspekten kommen ebenso wenig zu kurz wie die Behandlung speziell bei Diabetes mellitus und das Vorstellen von Diäten. Das letzte Kapitel richtet die Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang von Körpergewicht, Gewichtsreduktion, Gewichtsverlauf und Mortalität.

Das Buch ist sehr übersichtlich gegliedert und trotz der Vielfalt der Kapitel immer noch handlich. Besonders Wichtiges wird durch ein markiertes „!“ betont. Man wünscht sich eine weite Verbreitung unter den Spezialisten und die möglichst erfolgreiche Umsetzung der vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten.
Angelika Schulte-Cloos

Stephan Herpertz, Martina de Zwaan, Stephan Zipfel (Hrsg.): Handbuch Essstörungen und Adipositas. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2008, 407 Seiten, Hardcover, 59,95 Euro
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