ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2009Notfälle in der Geburtshilfe – peripartale Blutungen: Kardiovaskuläre Nebenwirkungen
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LNSLNS Bei der Empfehlung der Autoren zur Gabe von Uterotonika (Kasten 1) sollte dringlich darauf hingewiesen werden, dass alle gebräuchlichen Substanzen kardiovaskuläre Nebenwirkungen haben, die zusammen mit einer Hypovolämie zu letalen Zwischenfällen führen können. Dies ist bedeutsam, da heute Schwangere durchschnittlich ein höheres Lebensalter haben. Eine gute Zusammenarbeit zwischen geburtshilflicher und anästhesiologischer Klinik ist geboten. So wurde am Universitätsklinikum Münster eine Vereinbarung über die Vorgehensweise bei starken postpartalen Blutungen getroffen, die insbesondere die Auswahl und maximale Dosierung der Uterotonika nach entsprechenden Fachinformationen sowie die notwendige mütterliche Überwachung explizit regelt. Eine Embolisation sollte bei therapierefraktären Blutungen frühzeitig empfohlen werden (1).

Die Bolusgabe von Oxytocin löst im Gegensatz zur kontinuierlichen Gabe eine Tachykardie und Hypotonie aus (2). Angina pectoris und ST-Veränderungen konnten unter der Bolusgabe von 10 IE Oxytocin während Kaiserschnittentbindungen nachgewiesen werden (3). Tachykardie und Hypotonie aggravieren die hämodynamischen Veränderungen bei atonischen Blutungen und Volumenmangel. Im CEMACH Report 1997–9 wurde über zwei mütterliche Todesfälle im Zusammenhang mit der Bolusapplikation von Oxytocin bei gleichzeitiger hämodynamischer Instabilität berichtet. Aus der Literatur gibt es genügend Hinweise, dass eine kontinuierliche Oxytocingabe einer Bolusapplikation gleichwertig ist. Somit sollte auf Bolusgaben verzichtet werden. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0113b

PD Dr. med. Christiane Goeters
Prof. Dr. med. Dr. h. c. H. Van Aken
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und
operative Intensivmedizin des UK Münster
Albert-Schweitzer-Straße 33, 48143 Münster
E-Mail: goeters@anit.-uni-muenster.de
1.
Mathe ML, Morau E, Vernhet-Kovacsik H et al.: Impact of the new French clinical practice recommendations in embolization in postpartum and post-abortion hemorrhage: study of 48 cases. J Perinat Med 2007; 35: 532–7. MEDLINE
2.
Thomas JS, Koh SH, Cooper GM: Haemodynamic effects of oxytocin given as i.v. bolus or infusion on women undergoing Caesarean section. Br J Anaesth 2007; 98: 116–9. MEDLINE
3.
Svanstrom MC, Biber B, Hanes M et al.: Signs of myocardial ischaemia after injection of oxytocin: a randomized double-blind comparison of oxytocin and methylergometrine during Caesarean section. Br J Anaesth 2008; 100: 683–9. MEDLINE
4.
Kainer F, Hasbargen U: Notfälle in der Geburtshilfe – peripartale Blutungen. Dtsch Arztebl 2008; 105(37): 629–38.
1. Mathe ML, Morau E, Vernhet-Kovacsik H et al.: Impact of the new French clinical practice recommendations in embolization in postpartum and post-abortion hemorrhage: study of 48 cases. J Perinat Med 2007; 35: 532–7. MEDLINE
2. Thomas JS, Koh SH, Cooper GM: Haemodynamic effects of oxytocin given as i.v. bolus or infusion on women undergoing Caesarean section. Br J Anaesth 2007; 98: 116–9. MEDLINE
3. Svanstrom MC, Biber B, Hanes M et al.: Signs of myocardial ischaemia after injection of oxytocin: a randomized double-blind comparison of oxytocin and methylergometrine during Caesarean section. Br J Anaesth 2008; 100: 683–9. MEDLINE
4. Kainer F, Hasbargen U: Notfälle in der Geburtshilfe – peripartale Blutungen. Dtsch Arztebl 2008; 105(37): 629–38.

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