ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2009Arzneimittelgesetz: Bundesregierung will Großhändler schützen

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Arzneimittelgesetz: Bundesregierung will Großhändler schützen

Rabbata, Samir

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LNSLNSLNSLNS Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) hat sich gegen Pläne der Bundesregierung gewandt, die Pharmaindustrie im Rahmen der 15. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) zur Belieferung des Arzneimittelgroßhandels zu verpflichten. „Grundsätzlich sollte der Hersteller entscheiden, welchen Vertriebsweg er für sein Produkt wählt“, sagte VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer im Vorfeld einer nicht öffentlichen Fachanhörung im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium. „Das Vorhaben der Bundesregierung hat keine Grundlage im EU-Recht und ist gemeinschafts- und verfassungsrechtlich bedenklich“, erklärte auch Prof. Dr. Barbara Sickmüller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie.

Der Pharmagroßhandel in Deutschland beliefert die rund 21 000 Apotheken mit Arzneimitteln von circa 1 500 Herstellern. Auslöser für die Gesetzespläne sind Klagen der Händler, die Arzneimittelhersteller würden vermehrt dazu übergehen, Apotheken vor allem mit teuren Medikamenten direkt zu beliefern. Dadurch gerate die Mischkalkulation der Großhändler ins Wanken. Der Grund: Wegen ihrer prozentualen Beteiligung verdienen die Großhändler an günstigen Medikamenten weniger als an teuren Arzneimitteln.

Wie aus dem Entwurf zur AMG-Novelle hervorgeht, will die Regierung dem Großhandel einen öffentlichen Sicherstellungsauftrag für die Arzneimittelversorgung zuweisen, um dieses Problem zu beheben. Der pharmazeutische Großhandel würde in diesem Fall mit Ärzten und Apothekern gleichziehen, die einen solchen Auftrag bereits besitzen. SR
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