ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2009Zweihundertster Geburtstag von Charles Darwin

MEDIZINREPORT

Zweihundertster Geburtstag von Charles Darwin

Dtsch Arztebl 2009; 106(7): A-284 / B-243 / C-235

Siegmund-Schultze, Nicola

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LNSLNS Der Vater stellte sich quer: Als Charles Darwin im Spätsommer 1831 das Angebot wahrnehmen wollte, auf dem Forschungsschiff H. M. S. Beagle um die Welt zu segeln, geißelte Vater Robert dieses Ansinnen als „wilden Plan“, als „nutzloses Unterfangen“ mit der Folge, dass Charles „nie wieder zu einem geregelten Leben zurückfinden“ werde, wie sich Darwin später erinnert. Der wissensdurstige Sohn setzte sich schließlich durch. Am 27. Dezember desselben Jahres stach er in See. Die Reise sollte fünf Jahre dauern und war der Beginn einer Karriere Darwins als Naturforscher. Alexander von Humboldt war sein Vorbild.

Am 12. Februar vor 200 Jahren wurde Charles Darwin als fünftes von sechs Kindern einer wohlhabenden Familie in Shrewsbury in der britischen Grafschaft Shropshire geboren. Eines seiner wichtigsten Bücher ist vor 150 Jahren erschienen und heißt ins Deutsche übersetzt: „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein“. Als wesentliche Theorien gelten, dass Lebewesen eine gemeinsame Abstammung haben, dass die verschiedenen Arten nicht das Ergebnis von Schöpfungsakten sind, sondern dass sie sich aus dem Wechselspiel von zufälliger Variation, also spontanen und ungerichtet entstandenen Unterschieden zwischen Individuen, durch Selektion vorteilhafter Eigenschaften in kleinen Schritten über Generationen hinweg gebildet haben. Die Merkmale der Evolution sind mithin Vermehrung, Variation und Selektion.

Darwins Thesen haben bekanntlich nicht nur zu – noch immer anhaltenden – Kontroversen weltanschaulicher Art geführt, in denen sich Theologen und Naturwissenschaftler gegenüberstehen; es wird auch unter Biologen über Interpretation und Richtigkeit einzelner Aspekte der darwinschen Thesen diskutiert. Und natürlich gibt es Erklärungslücken. So schweigt Darwin zur Frage des eigentlichen Ursprungs des Lebens; naturwissenschaftliche Hypothesen dazu sind erst im 20. Jahrhundert entwickelt worden. Unerwähnt bleiben bei Darwin auch die Experimente seines Zeitgenossens Johann Gregor Mendel. Das Konzept des Gens als Einheit der Vererbung wird erst später entwickelt. nsi

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