ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2009Verkehrsrecht: Traurig
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Ein trauriger Artikel bei einer meines Erachtens unverständlichen Rechtslage! Die rechtliche Situation kann für akut Kranke, die schnell Hilfe brauchen, gar nicht gut sein. Wenn dem Notarzt und dem Rettungswagen Sonderrechte zustehen (was ja richtig und selbstverständlich ist), dann müsste auch dem Arzt, der eilig gerufen wird, dem eine lebensbedrohliche Situation geschildert wird (z. B. Grippe-Krupp eines Kindes oder akute Bauchschmerzen, z. B. Blinddarmdurchbruch), in gleicher Weise zugestanden werden, dass er die Paragrafen 35 und 38 der Straßenverkehrsordnung in Anspruch nehmen kann, und sich nicht mühsamst abmühen muss, z. B. eine Geschwindigkeitsüberschreitung zu rechtfertigen . . . Jetzt, nach Ihrem Artikel, werden sich wohl die meisten Ärzte hüten, z. B. mit Tempo 50 – in der 30er-Zone – auch wenn frei ist – zu fahren, denn die beschriebene Rechtfertigung glückt wohl selten, ist mühsam und langwierig. Mir ist es selbst passiert: Ich bin zu schnell in die Vorfahrtsstraße eingefahren (bei eiligem Besuch). Ein Polizist hat mich gestoppt und ein Bußgeld verlangt. Er meinte, dass er mich am liebsten anzeigen würde (hat er aber dann unterlassen, da ich zu einem arg kranken Kind unterwegs war).
Dr. med. Gerhard Ritscher, Scheyerer Straße 28, 85276 Pfaffenhofen
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