ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2009Versorgung Illegaler: Menschenrecht über Ordnungsrecht
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Das Problem der medizinischen Betreuung von Menschen ohne Papiere ist nicht nur ein Großstadt- sondern ein deutschlandweites Problem. Seit zwei Jahren haben sich in verschiedenen Städten Initiativen von Medizinstudent(inn)en gegründet – ausgegangen von IPPNW-Studierendengruppen –, die die Not von Menschen ohne Papiere nicht tatenlos hinnehmen wollen. Sie organisierten ein Netz von Ärzten und Ärztinnen, die bereit sind, Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus im Krankheitsfall kostenlos zu betreuen. In meist wöchentlichen Sprechstunden werden die Menschen angehört und nach Bedarf weitervermittelt. Oft schließen sich weitere Betreuungen an: Vermittlung an Migrationsberater oder andere Beratungsstellen, psychische Betreuung, Organisieren von Kranken­haus­auf­enthalten, z. B. bei schwangeren Frauen . . . Zudem gibt es Öffentlichkeitsveranstaltungen, um die Not dieser Menschen, die jenseits jeglichen Schutzes unter uns leben, bekannter zu machen. Trotz allem Engagements ist die Versorgung außerhalb der Regelversorgung nur eine Notlösung. Es ist dringend erforderlich, hier Menschenrecht über Ordnungsrecht zu stellen, damit kranke Menschen angemessene Hilfe finden können, ohne damit gleichzeitig ihre Abschiebung fürchten zu müssen (Medinetz Mainz e.V., www.medinetzmainz.de).
Christa Blum, Schulstraße 58, 55124 Mainz
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