ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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LNSLNS Zwei gelungene Romanverfilmungen und zwei herausragende Filmbiografien aus Deutschland und den USA. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

DRAMA
Ab 12. Februar:
Foto: Constantin-Film
Foto: Constantin-Film
Effi Briest
Schauspielerinnen wie Marianne Hoppe, Ruth Leuwerik oder Hanna Schygulla haben die Titelfigur in der berühmtesten deutschen Ehebruchsgeschichte verkörpert. In der neuen Version von Produzent Günter Rohrbach („Das Boot“) und Regisseurin Hermine Hundgeburth („Die weiße Massai“) spielt Julia Jentsch die 17-jährige Effi Briest, die im 19. Jahrhundert auf Wunsch der Eltern den 20 Jahre älteren Baron von Innstetten (Sebastian Koch) heiratet und eine leidenschaftliche Affäre mit Major Crampas (Misel Maticevic) beginnt. Die Neuverfilmung von Fontanes Roman porträtiert Effi als moderne und selbstbewusste Frau, die zwar Opfer der Umstände und ihrer Zeit wird, darüber aber nie ihre Suche nach dem Glück aufgibt. So wagt der Film auch, am Ende von der literarischen Vorlage abzuweichen.
Deutschland 2008, 118 Minuten

Ab 26. Februar:
Der Vorleser
Bei den „Golden Globes“ wurde Kate Winslett in diesem Jahr als beste Darstellerin für ihre Rolle als Hanna Schmitz in „Der Vorleser“ geehrt, und auch für die Oscarverleihung am 22. Februar ist sie ein heißer Tipp. Der 15-jährige Schüler Michael (David Kross) lernt die 20 Jahre ältere Schaffnerin Hanna auf dem Nachhauseweg kennen, als ihm plötzlich übel wird. Nach seiner Genesung besucht er sie, und es entwickelt sich eine ritualisierte erotische Beziehung: Vor dem Akt muss Michael ihr immer vorlesen. Eines Tages verschwindet Hanna spurlos, und Michael (nun: Ralph Fiennes) begegnet ihr viele Jahre später vor Gericht wieder. Sie ist als ehemalige KZ-Aufseherin angeklagt. „The Hours“-Regisseur Stephen Daldry inszenierte Bernhard Schlinks Roman mit deutsch-britischer Starbesetzung.
USA/Deutschland 2008, 123 Minuten

Ab 5. März:
Defiance
Weißrussland 1941. Nach der Ermordung ihrer Familien durch deutsche Besatzungstruppen leisten die jüdischen Brüder Bielski auf verschiedene Weise Widerstand. Zus Bielski (Liev Schreiber) schließt sich russischen Partisanen im Kampf an, sein Bruder Tuvia (Daniel Craig) errichtet in den Wäldern eine Zuflucht für verfolgte Juden, die Schutz geben, aber auch Glauben und Menschlichkeit bewahren soll. Der daraus resultierende Bruderkonflikt, der auf einer wahren Geschichte beruht, sorgt für Dramatik.
USA 2008, 137 Minuten

BIOGRAFIE
Ab 19. Februar:
Milk
Ganz San Francisco trauerte vor 30 Jahren um den populären schwulen Bürgerrechtler Harvey Milk – und das tut auch der Zuschauer in Gus Van Sants („Good Will Hunting“) bewegender Filmbiografie. Sean Penns sensitive Darstellung des Harvey lässt nicht nur eine mitreißende Zeit, sondern auch einen Menschen auferstehen. Als Milk 1972 mit Lover Scott Smith nach Kalifornien zieht, hat sein Leben noch keine Spuren hinterlassen. Das ändert sich, als er gegen die Diskriminierung von Schwulen kämpft und als erster bekennender Homosexueller ein politisches Amt erobert. Als Stadtrat von San Francisco wird er zur Ikone, für seinen konservativen Kollegen Dan White aber zur Reizfigur.
USA 2008, 128 Minuten

Ab 12. März
Hilde
Hildegard Knef hat das deutsche Publikum polarisiert und emotionalisiert. Auch im Leben der Schauspielerin und Sängerin folgten auf grandiose Höhenflüge postwendend immer wieder Tiefschläge. Regisseur und Grimme-Preisträger Kai Wessel lotet diese Höhen- und Tiefpunkte voller Spannung aus – großartig besetzt mit Heike Makatsch. Sie sieht der Diva nicht nur verblüffend ähnlich, sondern singt auch deren Lieder in erstaunlicher Qualität selbst. An ihrer Seite feiert Soulsänger Roger Cicero sein Schauspieldebüt. Er spielt den Musiker Ricci Blum, dem die Knef immer wieder in wichtigen Stationen ihres Lebens begegnete. Auch viele andere Topschauspieler aus Deutschland geben sich die Ehre: unter anderem Monica Bleibtreu, Johanna Gastdorf und Hanns Zischler.
Deutschland 2009, 128 Minuten
Sabine Schuchart

DVD-Tipp
Foto: Komplett-Media
Foto: Komplett-Media
Die Schätze der Medici
Durch geschicktes Taktieren und Ränkespiele stiegen die Medici im Florenz des 15. und 16. Jahrhunderts n. Chr. von einer wohlhabenden, aber unbedeutenden Familie zu einer der mächtigsten Familien in Italien auf. Auf der Basis ihres Reichtums, ihrer politischen Beziehungen und ihrer engen Verbindungen zum Papsttum dominierten sie die europäische Finanzwelt. Durch ihr Mäzenatentum entwickelten sich Florenz, Venedig, Mailand, Genua und Rom zu den kulturellen und wirtschaftlichen Metropolen der damals bekannten Welt. Das Zeitalter der Renaissance entstand.
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