ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009ÄrzteSchach: Schach ist wie Fußball

SCHLUSSPUNKT

ÄrzteSchach: Schach ist wie Fußball

Dtsch Arztebl 2009; 106(8): [124]

Pfleger, Helmut

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Dr. med. Helmut Pfleger Foto: Dagobert Kohlmeyer
Dr. med. Helmut Pfleger Foto: Dagobert Kohlmeyer
Vielleicht kennt ja auch der eine oder andere von Ihnen dieses unangenehme Gefühl: Man sitzt vor einem leeren Blatt Papier – oder heutzutage vorm blanken Computerbildschirm –, und es will einem partout nichts einfallen. Wohl dem, dem dann Inspirationshilfe von außen zufließt, beispielsweise vom stellvertretenden Chefredakteur dieser Zeitschrift, dem vermutlich diese Gedankenleere schon des Öfteren aufgefallen ist und der nun, sei es aus Sorge um die Qualität des Deutschen Ärzteblattes oder schlichtweg aus Freundlichkeit, in seinen Neujahrsgruß sowohl eine kölsche Ermunterung „Et hätt noch immer jot jejange“ als auch eine fruchtbare Anregung einfließen lässt.

Und was böte sich bei einem gleichermaßen hoffnungslosen wie unbeirrten Liebhaber des 1. FC Köln (er, nicht ich!) eher an als der Aphorismus des Wanderers zwischen der heimeligen Kölner und der ungastlichen Münchner Welt, Lukas Podolski: „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel.“ Wobei der Satz, wie so häufig bei Philosophen, nicht so klar ist, wie er auf den ersten Blick scheinen mag.

Wesentlich eindeutiger in seiner Botschaft ist hier das Maskottchen des 1. FC Köln, der Geißbock „Hennes“, welches, wenn auch nur „in effigie“, den Gästespielern beim Heraustreten aus der Kabine des Müngersdorfer Stadions sein Hinterteil entgegenreckt, während es die Heimmannschaft mit freundlichem Gesicht begrüßt. Derzeit tut am Platz der höchst lebendige „Hennes Nr. 8“ (benannt nach dem legendären Kölner Trainer der 50er-Jahre, Hennes Weisweiler) seinen Dienst, Nr. 6 wurde vergiftet (doch wohl nicht von einem Gästespieler, vielleicht gar aus Leverkusen?!).

Und was lese ich noch im Neujahrsgruß? Die Aussage eines anderen Wanderers zwischen der Fußball- und Schachwelt, Felix Magath: „Das Schachspiel finde ich faszinierend, weil es ohne Zufälle auskommt. Alles hat seinen Grund, jede Aktion eine Begründung. Ich habe praktisch aus dem Schach die Theorie für den Fußball abgeleitet.“

Nun finden Sie bitte den Grund, warum Dr. med. Ulrich Schulze-König beim letzten Ärzteturnier als Schwarzer mit einem schlagkräftigen Entscheidungszug gegen Dr. med. Pascha Azizi gewann?

Lösung:
Mit dem Damenopfer 1. . . . Dxd5! schlug die schwarze Dame nicht nur eine wertvolle gegnerische Figur, sondern machte auch das Feld c4 für den im Hintergrund lauernden Springer d6 frei, sodass nach 2. exd5 die Springergabel 2. . . . Sc4+ die weiße Dame eroberte und Schwarz mit einem Turm mehr auf Gewinn stand.
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