ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Arzneimittelmissbrauch: 800.000 Deutsche „dopen“ sich regelmäßig für den Job

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Arzneimittelmissbrauch: 800.000 Deutsche „dopen“ sich regelmäßig für den Job

Rabbata, Samir

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Foto: dpa
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Wegen Stress und Leistungsdruck greifen etliche Arbeitnehmer im Job zu aufputschenden Medikamenten. Dies geht aus dem DAK-Gesundheitsreport 2009 hervor, der Mitte Februar in Berlin vorgestellt wurde. Die DAK hat namhafte Experten aus Wissenschaft und Praxis um Einschätzungen über Hintergründe gebeten und führte eine repräsentative Befragung bei rund 3 000 Arbeitnehmern im Alter von 20 bis 50 Jahren durch. Ergebnis des Reports: Fünf Prozent der Befragten gaben an, im Büro schon einmal mit Medikamenten ihre Konzentration, Stimmung oder Leistungsfähigkeit verbessert zu haben. 18,5 Prozent kennen mindestens eine Person, die leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente ohne medizinische Erfordernis eingenommen hat. Dies sind gut zwei Millionen Beschäftigte.

Die weitere Analyse ergab, dass etwa 800 000 regelmäßig und sehr gezielt diese Medikamente als „Doping“ nehmen und sie außerhalb der Apotheke beziehen. So nehmen vier von zehn „Dopern“ die Medikamente täglich bis mehrmals wöchentlich ein. Etwa jeder Fünfte nennt als Bezugsquelle Kollegen, Freunde und die Familie und mehr als jeder Zehnte den Versandhandel.

Der Gesundheitsreport zeigt Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf: Männer neigen eher zu aufputschenden und konzentrationsfördernden Präparaten, Frauen bevorzugen beruhigende Mittel gegen depressive Verstimmungen oder Ängste. SR
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