ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Randnotiz: Exzellentes Outsourcing

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Randnotiz: Exzellentes Outsourcing

Hibbeler, Birgit

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LNSLNS Sonderlich beliebt waren sie nie: Unzählige Examensanwärter haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mit den Fragen des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) gequält. Seit einigen Jahren nun gibt es einen Trend: Immer mehr Medizinstudierende holen sich bei der Vorbereitung professionelle Hilfe. Sie besuchen ein kostenpflichtiges Repetitorium. Das war bisher Privatsache, für manch einen sicher hilfreich.

Doch es geht auch eine Nummer größer: Die Medizinische Fakultät Göttingen hat den führenden Anbieter Medi-Learn beauftragt, ein Repetitorium für alle Physikumskandidaten anzubieten. 80 000 Euro kostet das die Fakultät pro Semester, finanziert mit Studiengebühren. Für die Teilnahme zahlen die Studenten weitere 150 Euro. Die Ergebnisse der Göttinger im Physikum haben sich seitdem deutlich verbessert.

Der ein oder andere mag dafür Verständnis haben. Die Universitäten sollen gute Ärzte ausbilden, exzellente Wissenschaftler hervorbringen und ganz nebenbei auch noch die Studierenden auf die IMPP-Fragen vorbereiten. Von letzterem Ballast wollte sich die Göttinger Fakultät wohl befreien. In heutigen Zeiten tut man offenbar gut daran, die Lehre outzusourcen. Und die Studenten zahlen das Ganze.

Für die „Eliteuniversität“ Göttingen, die in der Exzellenzinitiative so hervorragend abgeschnitten hat, ist dies an sich schon ein Armutszeugnis. Vergessen hat man außerdem, dass sich die Medizinische Fakultät dabei ein stückweit selbst entbehrlich macht. Vielleicht kann Medi-Learn demnächst die gesamte Vorklinik in Göttingen ausrichten. Anatom oder Physiologe will ja eh kaum noch jemand werden.
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