ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Deutsche Rentenversicherung: Marburger Bund kündigt Streiks an

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Deutsche Rentenversicherung: Marburger Bund kündigt Streiks an

Dtsch Arztebl 2009; 106(8): A-318 / B-274 / C-266

Flintrop, Jens

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Bereit für den Arbeitskampf: Bei der Urabstimmung im Januar hatten 93,5 Prozent der Mitglieder für den Streik gestimmt. Foto: ddp
Bereit für den Arbeitskampf: Bei der Urabstimmung im Januar hatten 93,5 Prozent der Mitglieder für den Streik gestimmt. Foto: ddp
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) steht erstmals in der Geschichte vor unbefristeten Streiks ihrer knapp 2 000 Ärztinnen und Ärzte. Die bundesweite Arbeitskampfmaßnahme in den rund 100 Rehakliniken und Verwaltungen der Deutschen Rentenversicherung soll am 26. Februar beginnen. Dies gab der Marburger Bund (MB) bekannt. „Seit über einem Jahr reichen wir der DRV vergeblich unsere Hand für Tarifverhandlungen, um die ärztlichen Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Betonkopfpolitik der Rentenversicherung lässt uns jetzt keine andere Wahl, als Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen“, erklärte der Zweite Vorsitzende des MB, Dr. med. Andreas Botzlar.

Die Ärztegewerkschaft fordert eine „deutliche Erhöhung“ der Ärzteeinkommen bei der DRV. Leitwährung sollen die arztspezifischen Tarifverträge des MB sein. Zudem müsse der „Tarifwirrwarr“ bei der Rentenversicherung beendet werden, indem einheitliche Arbeits- und Einkommensbedingungen für alle Ärzte geschaffen werden. Weitere Forderungen sind eine bessere Bewertung der Bereitschaftsdienste, die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und flexiblere Arbeitszeiten.

Nach MB-Angaben verdient ein Facharzt in einer DRV-Klinik aktuell bis zu 13,5 Prozent weniger als sein Kollege in einem kommunalen Krankenhaus. Arbeitet der Facharzt in der DRV-Verwaltung, steigt der Unterschied auf bis zu 19 Prozent.

„Die Rentenversicherung schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn sie ihre Mediziner zu Ärzten zweiter Klasse degradiert. Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird den Wettbewerb im hart umkämpften Klinikmarkt nicht bestehen“, sagte Botzlar und kündigte „notfalls auch langwierige Streikmaßnahmen“ an. JF
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