ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Honorarreform 2009: Praxiswerte im freien Fall
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Quälen der Niedergelassenen durch eine Kombination aus Honorarminus und Gebaren der Finanzbehörden . . . (zumindest in Rheinland-Pfalz): Ausbauten von Räumlichkeiten als Mieter werden unterschiedslos als unbewegliche Mietereinbauten behandelt und mit drei Prozent im Jahr, also über 33 Jahre abgeschrieben, auch wenn vom Lebensalter des sich Niederlassenden, der Mietvertragsdauer und der Art der Einbauten eine kürzere Nutzung anzunehmen ist. Weiterhin wird vom gezahlten Preis für den Praxiseinstieg oder die Übernahme willkürlich ein ideeller Betrag gebildet, der nicht abschreibbar ist, selbst dann, wenn eine eigene KV-Zulassung „mitgebracht“ wird. Die miserable Abschreibungsmöglichkeit ist deshalb von so großer Relevanz, weil künftig eine Aufgabe der ärztlichen Tätigkeit in der Regel aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt; d. h. im Jahr der Aufgabe stehen der dann möglichen Abschreibung kaum Einnahmen gegenüber. Bezüglich der Abschreibbarkeit der Vertragsarztzulassung sind die Begründungen, mit denen das als Grundlage herangezogene Urteil des Finanzgerichts Niedersachsens von 2004, das einen „ideellen“ Praxiswert kreiert, der nicht abgeschrieben werden könne, da „über den Nutzungszeitraum der Vertragsarztzulassung kein Wertverzehr eintreten würde“, längst Makulatur . . . In einer Zeit, in der die Praxiswerte im freien Fall sind, in der absehbar ist, dass in Kürze viele Vertragsarztzulassungen zurückgegeben werden, da komplett entwertet aufgrund der niedrigen Honorare, kann eine Heranziehung des genannten alten niedersächsischen Urteils trotz gegenläufigen Urteils des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz von 2008 nur als böswillig angesehen werden . . .
Dr. med. Manfred Reeb, Finkenhain 4, 67661 Kaiserslautern
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