ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Prävention: Mehr Prävention vor Ort
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. . . Es bedarf in der Tat in der BRD eines beharrlichen Engagements für mehr Gesund­heits­förder­ung, Prävention und eine gesündere Lebensweise. Die Prävention von Erkrankungen spielt bei uns derzeit noch eine absolut untergeordnete Rolle, im Unterschied z. B. zu China, wo Ärzte nicht für die Behandlung, sondern für die Verhinderung von Krankheiten bezahlt werden. Präventionsmaßnahmen wären aus meiner Sicht ein probates Mittel, den Gesundheitszustand der Bevölkerung entscheidend zu verbessern und damit die überbordende Kostenentwicklung in unserem Gesundheitssystem einzudämmen. Die Politik hat inzwischen zwei vergebliche Versuche unternommen, ein Präventionsgesetz zu verabschieden . . . Derzeit richtet sich die Masse der Präventionsangebote der Krankenkassen an jene, die ohnehin gesundheitsbewusst leben. Viel wichtiger wäre es aber, die Prävention vor Ort in sozialen Brennpunkten, in Schulen, Kindergärten, Sportvereinen oder Betrieben zu stärken. Dahin fließen aktuell aber nur sechs Prozent aller Präventionsausgaben. Es ist aus meiner Sicht überfällig, dass die Politik mit einer entsprechenden Gesetzgebung den Rahmen für dringend erforderliche Präventionsmaßnahmen schafft.
Prof. Dr. med. Gerald Schiller, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Soziale Psychiatrie Hochtaunus gGmbH, Emil-Sioli-Weg 1–3, 61381 Friedrichsdorf
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