ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Dermatologisches Internetportal: Atlas zu Hauterkrankungen

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Dermatologisches Internetportal: Atlas zu Hauterkrankungen

Dtsch Arztebl 2009; 106(8): A-346 / B-297 / C-289

Tanko, Zita; Simon, Miklos; Diepgen, Thomas L.

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LNSLNS Umfassende Informationen zu rund 1 200 dermatologischen Diagnosen in Wort und Bild

Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Ekzeme, Mykosen oder Hautkrebs, sind in der Allgemeinbevölkerung häufig und nehmen zu. Weil Dermatologie ein visuelles Fach ist, sind Bilder wichtig für die regelmäßige Fortbildung von Ärzten, Studierenden und medizinischem Personal. Seit Mitte 1994 ist das kostenfrei zugängliche dermatologische Portal DermIS mit dem dermatologischen OnlineAtlas DOIA unter www.dermis.net verfügbar.

Inzwischen besteht DermIS aus mehr als 40 000 Seiten mit mehr als 7 500 dermatologischen Bildern in Atlasform. Pädiatrische Hauterkrankungen sind gesondert in PeDOIA dargestellt. Zusätzlich gibt es sechs Informationsmodule zu häufigen Hauterkrankungen beziehungsweise dermatologischen Fragen wie Hautkrebs, Neurodermitis (Neurodermis), seit 2003 Rosazea, seit 2004 Ekzeme, seit 2005 Hautpflege und seit 2007 Mykosen. Derzeit wird ein weiteres Informationsmodul zu Hämorrhoiden bearbeitet, das demnächst zur Verfügung stehen soll. Zusätzlich werden weitere 1 150 Bilder in die Datenbank aufgenommen. DermIS ist in sechs Sprachen abrufbar: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Türkisch. Daneben können über zahlreiche Links weitere medizinische Informationsseiten, wie etwa die Cochrane Library und Medline, aufgerufen werden.

DermIS wird von etwa 250 000 Besuchern genutzt, die durchschnittlich länger als fünf Minuten auf einer Seite verweilen. Monatlich wird auf die Website im Schnitt 2 734 052-mal weltweit zugegriffen, am häufigsten aus den USA (26 Prozent), Deutschland (17 Prozent), Spanien (sieben Prozent), Frankreich (sechs Prozent) und Brasilien (fünf Prozent).

Einige Seiten beziehungsweise Informationsmodule werden in jahreszeitlicher Abhängigkeit aufgerufen. So wurde 2007 beispielsweise auf das Hautkrebsmodul im Januar 37 843-mal zugegriffen, im Juni 76 053 und im Juli 67 881-mal. Die hohen Zugriffszahlen belegen die Bedeutung des Portals und den hohen Informationsbedarf bei ärztlichen und nicht ärztlichen Internetbenutzern. Um noch mehr Menschen die Nutzung zu erleichtern, sind eine japanische und chinesische Übersetzung geplant.

Beim Betrachten der weltweiten Zugriffsdaten (Tabelle) auf die verschiedenen dermatologischen Diagnosen zeigen sich je nach Sprache große Unterschiede. Es fällt auf, dass häufige und wichtige Dermatosen, wie zum Beispiel das maligne Melanom, nicht unter den fünf häufigsten Diagnosen vorkommen. Gründe dafür könnten sein, dass bei dieser Frage eher das Informationsmodul „Hautkrebs“ genutzt wird oder Informationen aus anderen Quellen oder direkt vom Arzt eingeholt werden. Dagegen werden eher seltene und weniger bekannte Erkrankungen, wie Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder Pityriasis rosea, häufig aufgerufen. Dies könnte auch daran liegen, dass es über diese Erkrankungen wenig Informationsmaterial in Form von Broschüren oder Internetseiten gibt. Bei sexuell übertragbaren Krankheiten wie Condyloma acuminatum ist es darüber hinaus denkbar, dass Betroffene aufgrund der Krankheitslokalisation und des Übertragungsweges anonyme Informationen über das Internet suchen.

DermIS richtet sich nicht an ein dermatologisch tätiges Fachpublikum, sondern kann von Ärzten jeder Fachgruppe, vom Pflegepersonal und von Laien genutzt werden, die sich über spezielle Krankheitsbilder informieren möchten. Die Texte sind bewusst ausführlich und einfach geschrieben, und Fachbegriffe werden anhand eines Glossars erklärt, damit sich auch interessierte Laien zurechtfinden können.
Zita Tanko, Miklos Simon,
Thomas L. Diepgen,
E-Mail: thomas.diepgen@med.uni-heidelberg.de
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