ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Antibiotikatherapie: Doripenem i.v. für schwere Infektionen

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Antibiotikatherapie: Doripenem i.v. für schwere Infektionen

Vetter, Christine

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LNSLNSLNSLNS Der Wirkstoff ist indiziert bei komplizierten Pneumonien, intraabdominellen und Harnwegsinfektionen.

Es mehren sich weltweit Berichte über bakterielle Resistenzen gegen verschiedenste Antibiotika, auch die Rate multiresistenter Erreger steigt stetig. Neue Antibiotika kommen jedoch nur noch selten auf den Markt. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Prof. Dr. med. Hartmut Lode (Berlin) den Wirkstoff Doripenem als gute therapeutische Alternative. Hierbei handelt es sich um ein neues parenterales Carbapenem für die Behandlung nosokomialer Pneumonien, schwerer intraabdomineller Infektionen und komplizierter Harnwegsinfekte.

Doripenem (DoribaxTM) weist nach Aussage von Lode ein dem Meropenem und dem Imipenem vergleichbar breites Wirkspektrum auf und zeichnet sich zugleich durch eine hohe Aktivität gegenüber Problemkeimen aus. Vor allem gramnegative Erreger wie Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii, Klebsiellea pneumoniae und ESBL(extended-spectrum beta-lactamases)-tragende Bakterien werden trotz verschärfter Resistenzlage durch Doripenem zuverlässig er-fasst. Der Wirkstoff weise zugleich eine rasche Bakterizidie auf, und es werde innerhalb von nur vier Stunden ein Abfall der Keimzahl um zwei Log-Stufen beobachtet.

Lode hob die gute Stabilität der Substanz in Lösung hervor, die ein flexibles Dosisregime und eine Infusionsdauer von bis zu vier Stunden erlaube: „Damit werden über einen längeren Zeitraum Plasmakonzentrationen des Wirkstoffs über der jeweiligen maximalen Hemmkonzentration gewährleistet.“

In zwei Phase-III-Studien hat das neue Antibiotikum seine klinische Wirksamkeit bei nosokomialer Pneumonie inklusive der Beatmungspneumonie unter Beweis gestellt. Die Daten der Vergleichsstudie gegen ein Piperacillin/Tazobactam-Regime sowie in einer zweiten Studie gegen Imipenem stellte Prof. Dr. med. Joachim Lorenz (Lüdenscheid) vor. Er gab an, dass beide Studien auf den Nachweis der Nichtunterlegenheit angelegt gewesen seien und dass tatsächlich in beiden Studien ebenbürtige Heilungsraten unter der Prüfmedikation und in der Kontrollgruppe gesehen wurden.

Die Analysen ergaben in der Gruppe der Patienten mit Pseudomonas-aeruginosa-Infektion sogar eindeutige Vorteile: „In dieser Patientengruppe lag die klinische Heilungsrate unter dem neuen Carbapenem bei 80 Prozent und unter Imipenem bei nur knapp 43 Prozent“, sagte Lorenz. Signifikante Unterschiede seien zudem hinsichtlich der Beatmungsdauer wie auch der Liegezeit in der Klinik festgestellt worden: Bei beiden Parametern habe Doripenem gegenüber der Vergleichssubstanz eindeutig besser abgeschnitten, was ein bemerkenswerter Befund sei. Die Substanz wird vorwiegend unverändert über die Nieren ausgeschieden, deshalb ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen eine entsprechende Dosisreduktion erforderlich.
Christine Vetter

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