ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2009Kosmetikerin: Kein Einsatz von Ohrakupunktur

RECHTSREPORT

Kosmetikerin: Kein Einsatz von Ohrakupunktur

Berner, Barbara

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Laserakupunktur gehört zum Bereich der üblicherweise mit Nadeln vorgenommenen traditionellen Akupunktur, bei der es sich um Heilkunde im Sinne des Heilpraktikergesetzes handelt. Das hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen entschieden.

Es hatte über die Beschwerde einer Kosmetikerin zu entscheiden, der die Ohrakupunktur zur Raucherentwöhnung mithilfe eines Lasergeräts untersagt worden war. Das Gericht ist zwar der Auffassung, dass es sich bei dem Einsatz von Lasergeräten wegen der nicht erforderlichen Nadelstiche um eine weitgehend schmerzfreie und im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen relativ risikoarme Behandlungsmethode handelt.

Allerdings sind medizinische Kenntnisse erforderlich, weil es für die Anwendung Kontraindikationen in Abhängigkeit von der körperlichen Konstitution des Patienten gibt. Dazu gehören beispielweise eine Therapie mit Zytostatika, unbehandelte Epilepsie, dekompensierte Herzinsuffizienz, akuter fieberhafter Infekt oder Thrombose.

Darüber hinaus handelt es sich beim menschlichen Ohr um ein komplexes Organ. Ebenso wie bei der traditionellen Akupunktur ist auch bei der Ohrakupunktur mithilfe eines Laserstifts eine Konzentration auf bestimmte,
medizinisch wirkungsvolle Behandlungspunkte angezeigt. Dies erfordert medizinische Grundkenntnisse über die anatomische Struktur des Ohres.

Vor diesem Hintergrund wertete das Oberverwaltungsgericht das Anwendungsverbot für Ohrakupunktur durch eine Kosmetikerin als durch Gemeinwohlbelange gerechtfertigt; es diene dem Schutz der Öffentlichkeit vor Gesundheitsrisiken. (Beschluss vom 13. November 2008, Az.: 13 B 1488/08)
RAin Barbara Berner
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema