ArchivDeutsches Ärzteblatt9/20093 Fragen an … Dr. med. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

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3 Fragen an … Dr. med. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

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LNSLNS Die schwarz-gelbe Koalition in Bayern hat angekündigt, sie wolle die Honorarreform wieder kippen. Wie beurteilen Sie diesen Vorstoß?
Köhler: Die Ankündigung ist verständlich. Denn die dortigen Versorgungsstrukturen und die mit der Wirtschaftskraft dieses Landes verbundene Versorgungsrealität werden derzeit nicht ausreichend berücksichtigt. Ein Beispiel dafür sind die sehr guten belegärztlichen Angebote. Darauf hat das Landesschiedsamt keine Rücksicht genommen. Eine erneute Umverteilung von Honorar zwischen den Bundesländern nutzt aber auch niemandem. Es war schließlich ein wesentliches Ziel der jüngsten Honorarreform, das Vergütungsniveau Ost an das Niveau West anzugleichen. Das haben die KVen unterstützt, solange keine Vergütungen aus dem eigenen Bundesland abflossen. Letzteres muss am 27. Februar auf den Prüfstand im Erweiterten Bewertungsausschuss.

CSU-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Söder hat gesagt: „Wenn die Bayern mehr Beiträge zahlen, muss auch in Bayern mehr übrig bleiben können.“ Sie wollen bundesweit gleiches Geld für gleiche Vertragsarztleistungen. Wer hat recht?
Köhler: Es geht nicht ums Rechthaben. Herr Söder spricht hier den Gesundheitsfonds und dessen Auswirkungen auf die Zahlungskraft der bayerischen Krankenkassen an.

KBV und Kassen haben sich auf eine Konvergenzphase geeinigt. Wird sie für mehr Zufriedenheit sorgen?
Köhler: Wir müssen die Systematik der Regelleistungsvolumen (RLV) verändern. Das derzeitige, im Erweiterten Bewertungsausschuss gegen unser Votum favorisierte Modell benachteiligt systematisch Praxen, die kleine Fallzahlen, aber weitreichende Leistungen aufweisen. Wir wollen den Beschluss zu den RLV vollständig überarbeiten und den neuen bis Mitte des Jahres umsetzen. Wenn uns dies gelingt, wird die Akzeptanz der Reform sicherlich zunehmen.
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