ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2009Bildgebung für die Brustkrebsfrüherkennung: Bildgebung ist unzureichend
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LNSLNSLNSLNS Jetzt wurde in Deutschland ein qualitätsgesichertes Mammografiescreening implementiert, das zwar auf Leitlinien international anerkannter Experten basiert, aber dennoch wesentliche strukturelle Unterschiede aufweist. Es ist nicht nur die Bildgebung, die zum Erfolg einer Brustkrebsfrüherkennung beiträgt. Die Verunsicherung der Frauen ist aufgrund unterschiedlicher Presseartikel, politischer Kampagnen und unterschiedlicher Verfahren wie digitale Mammografien, Magnetresonanztomografie oder Ultraschall groß. Dies führt auch zu noch geringen Teilnahmeraten.

Wie lässt sich die Situation in Deutschland verbessern ?
Früherkennungsprogramme lassen sich nicht von anderen Ländern auf Deutschland übertragen. Die Therapie, teilweise auch die Diagnostik von Brustkrebs, geschieht größtenteils in Deutschland bei den Frauenärzten, welche nicht in die Mammografiescreening-Programme eingeschlossen sind. Dies bedeutet unnötigen Informations- und Vertrauensverlust für Frauen.

Eine Angliederung von Screeningeinheiten an zertifizierte Brustkrebszentren, die in anderen Ländern geschehen ist, ist nicht erfolgt, .
Aufklärungsprogramme für Frauen fanden nicht ausreichend statt. Informieren und damit Angst nehmen bedeutet eine ganz wesentliche Verbesserung bei Früherkennungsprogrammen.

Schon heute bekannte Risikogruppen müssen anders gescreent werden; nicht nur mit Mammografie. Dabei stellt die Strahlendichte (> 50 %) einer Brust derzeit den größten Risikofaktor dar. Ebenso fehlt die körperliche Untersuchung durch geschultes Personal. Wie kann es sonst sein, dass an Brustzentren fast täglich immer noch Frauen mit gut tastbaren Tumoren operiert werden müssen?

Etwa die Hälfte aller Frauen (jünger als 50 und älter als 69 Jahre) werden beim Mammografiescreening nicht berücksichtigt.

Wir sind in der Lage, kontrollierte randomisierte Studien zur Wertigkeit der Brustkrebsfrüherkennung durchzuführen. In Schleswig-Holstein wurde hier ein erster erfolgversprechender Beitrag geleistet. Bisher fehlt nur der gemeinsame Wille. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0145a

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Manfred Kaufmann
Frauenklinik der J.-W. Goethe-Universität Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt/M.

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