ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 1/2009TeleHealth, CeBIT 2009, 3. bis 8. März, Hannover: IT-Messe entdeckt Gesundheit

SUPPLEMENT: PRAXiS

TeleHealth, CeBIT 2009, 3. bis 8. März, Hannover: IT-Messe entdeckt Gesundheit

Krüger-Brand, Heike E.

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Die Kongressmesse „TeleHealth“ hat sich zu einem zentralen Bestandteil der Computerschau entwickelt. Thematischer Mittelpunkt ist der Gesundheitsparcours „FutureCare“, der Möglichkeiten und Trends einer IT-unterstützten medizinischen Versorgung demonstriert.

Entwurf: 100% interior Sylvia Leydecker
Entwurf: 100% interior Sylvia Leydecker
Was kann Informationstechnologie zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen? Antworten darauf soll der Gesundheitsparcours „FutureCare“ bei der „TeleHealth“ 2009 geben, den der IT-Industrieverband Bitkom gemeinsam mit der Deutschen Messe und den beteiligten Unternehmen präsentiert. Die „TeleHealth“ hat sich inzwischen zu einem zentralen Bestandteil der Computermesse entwickelt. 2009 findet sie erstmals an allen sechs Messetagen statt. „Mit dem Gesundheitsparcours FutureCare wird ein wichtiger Besuchermagnet geschaffen. Ob IT-Entwickler, Anwender im Krankenhaus und in der Pflege oder Verantwortliche von Krankenkassen, Politik und Industrie bis hin zum interessierten Bürger – FutureCare bietet die besten Voraussetzungen, sich umfassend über Trends und Perspektiven zu informieren“, warb Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG Hannover, für das neue Angebot. Auf rund 300 Quadratmetern können sich die Besucher in Halle 9 einen Überblick über telemedizinische Verfahren und Dienstleistungen verschaffen. Zusätzlich findet am 5. und 6. März 2009 ein für die Messebesucher kostenfreier Fachkongress statt (Kasten).

Welche technischen Möglichkeiten inzwischen verfügbar sind, wird am Beispiel von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes (Typ II) dargestellt. Messebesucher sehen dabei unter anderem in eine Arztpraxis, in die Notfallambulanz eines Krankenhauses und in eine Apotheke. Auf zwei moderierten Rundgängen wird gezeigt, wie IT in der Nachsorge, der Pflege sowie dem betreuten Wohnen genutzt werden kann.

Dabei stehen telemedizinische Anwendungen im Mittelpunkt, die teilweise längst das Projektstadium verlassen haben und allmählich als feste Größe im Gesundheitswesen etabliert werden: Beispiele sind die Schrittmacherkontrolle per Internet, die Notfalltherapie von Schlaganfallpatienten per Videokonferenzsystem, das Telemonitoring von Glaukom- oder Herzinsuffizienzpatienten und die virtuelle Pathologie, etwa um eine Zweitmeinung bei Brustbiopsien einzuholen. „Der Abrechnungskatalog für die ambulante ärztliche Versorgung enthält seit 2008 erstmals Abrechungsziffern, die es niedergelassenen Ärzten ermöglichen, Telemedizin zumindest in einigen Bereichen auch abzurechnen“, betonte Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, Direktor des Instituts für Community Medicine, Universität Greifswald, bei der CeBIT-Vision in Hannover. Gemeint ist die Erbringung und Abrechnung von Leistungen der Herzschrittmacherkontrolle, die auch mittels telemetrischer Abfrage erlaubt ist. Inzwischen bieten alle Hersteller von Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren Geräte an, die sich für Fernabfragen über das Internet eignen. Experten prognostizieren, dass sich die Fernabfrage von Implantaten rasch als ein neuer Standard etablieren wird.

Ein weiteres Beispiel ist das Telemedizinprojekt „Schwester AGnES“, das vor mehreren Jahren vom Institut für Community Medicine der Universität Greifswald auf der Insel Rügen gestartet worden war. Eine mobile Gemeindeschwester wird mit einem Tablet-PC ausgestattet und übernimmt im Auftrag eines Arztes Hausbesuche bei bettlägerigen Patienten in Regionen mit niedriger Arztdichte. Mittlerweile hätten fünf weitere Regionen dieses Versorgungsmodell übernommen, berichtete Hoffmann. Die Schwester dokumentiert am mobilen PC und übermittelt die Daten an den Praxis-PC des Arztes. Bei Bedarf kann sich dieser auch per Video dazuschalten. „Genutzt wird dafür ein mobiles Videokonferenzsystem mit UMTS oder aber, weil in Mecklenburg-Vorpommern und anderen ländlichen Regionen nicht überall eine UMTS-Abdeckung vorhanden ist, die Übertragung per Satellit“, erläuterte Hoffmann.

Als erste Kasse bietet die Techniker Krankenkasse ihren Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern die telemedizinische Betreuung mittels Teletonometrie im Rahmen der regulären Versorgung an. Hierbei messen Glaukompatienten ihren Augeninnendruck selbst und übermitteln die Werte per Modem in eine Internetakte, auf die die Experten an der Universitätsklinik oder auch der betreuende Haus- oder Augenarzt zugreifen können, um bei Auffälligkeiten die Medikation anzupassen.

Mehr als 20 Projekte gibt es darüber hinaus zum Telemonitoring von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, so etwa das Versorgungsprojekt „Partnership for the Heart“, an dem sich die Charité Berlin und das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart zusammen mit der Barmer Ersatzkasse und der Bosch BKK engagieren. Dieses Projekt ist besonders interessant, weil es als klinische Studie konzipiert ist, die 2009 die Daten für eine ambulante Abrechnungsziffer „Telemonitoring“ liefern soll.

Thema Gesundheitskarte
Wer sich für die Fortschritte bei den Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) interessiert, kann sich auf dem Stand der Gematik informieren. Gezeigt werden dort unter anderem die Arbeitsabläufe zum Erstellen eines elektronischen Arztbriefes und des elektronischen Rezepts (eRezept). Inzwischen gibt es die Möglichkeit, den Signatur- und Speicherprozess beim eRezept zu trennen, sodass der Arzt das Rezept im Behandlungszimmer lediglich elektronisch signieren muss und die Mitarbeiterin am Empfang die Verordnung anschließend auf der Karte oder dem Verordnungsdatenserver speichert.
Für den Arzt mit einer Niederlassung in einer grenznahen Region könnte ein Arbeitsplatz mit integriertem Scanner interessant sein, mit dem er die Rückseite der eGK, die den Auslandskrankenschein (EHIC – European Health Insurance Card) enthält, einlesen und im JPG-Format einschließlich der Daten in seine Praxissoftware übernehmen kann. Außerdem stellt die Gematik eine Scannerlösung vor, mit der in der Apotheke auch für freiverkäufliche Arzneimittel ein Check zur Arznei­mittel­therapie­sicherheit auf Basis der Abdata-Datenbank durchgeführt werden kann. Heike E. Krüger-Brand


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TeleHealth-Kongress (www.telehealth.de)
Die Themen des zweitägigen Kongresses sind Telemonitoring, Tele­ma­tik­infra­struk­tur und E-Health. Darüber hinaus werden telemedizinische Anwendungsszenarien aus der Militär- und Katastrophenmedizin vorgestellt. Welche Rolle spielen Informationstechnologien bei der Notfallversorgung bei Großunfällen, Naturkatastrophen, militärischen Gefechten oder Terroranschlägen, wie müssen Katastrophenschutz, Rettungskräfte, Ärzte und Krankenhäuser sich darauf vorbereiten? Außerdem erhält der Besucher einen Überblick über die Telemedizinprojekte der NATO. Vertreter der Deutschen Bundeswehr berichten über ihre Erfahrungen.

Im Rahmen des E-Health-Schwerpunkts geht es um den einrichtungsübergreifenden Informationsaustausch und die Vernetzungsbestrebungen im Gesundheitswesen. Auf dem Programm stehen Lösungen zur internen Vernetzung in Kliniken, zur Archivierung von Patientenakten, die Integration von Krankenhausinformationssystemen sowie neue Praxissoftware für den niedergelassenen Arzt. Anhand von Beispielen, unter anderem aus den Bereichen Teleradiologie, Telepathologie und Teledermatologie, wird demonstriert, welchen Einfluss die digitale Bildübertragung und -befundung auf die diagnostische Sicherheit haben.Weitere Ausstellungsschwerpunkte sind Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte sowie Lösungen für die elektronische Patientenakte.

cme-Punkte
Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Niedersachsen hat den Kongress als zertifizierte Fortbildungsveranstaltung anerkannt. Pro Kongresstag erhalten die Teilnehmer sechs cme-Punkte.

Kostenfreie „E-Tickets“
Die Deutsche Messe AG Hannover stellt Lesern des Deutschen Ärzteblattes und des Magazins PRAXiS 3 000 kostenfreie E-Tickets für einen Tagesbesuch der CeBIT in Hannover zur Verfügung. Interessierte können sich unter www.cebit.de/aktion2009.html?zckqu online registrieren und erhalten anschließend ein elektronisches Ticket für einen Tagesbesuch der CeBIT (wer sich zuerst registriert, hat Glück). Der angegebene Link führt direkt auf die Registrierungsseite der CeBIT. Nach einer kurzen Registrierung und Bestätigung des Ticket-Codes erhält der Leser eine Nachricht mit dem eigentlichen Ticket als PDF-Datei. Diese muss ausgedruckt (DIN-A4-Format) und als Eintrittskarte mitgebracht werden.

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