ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2009Bayern: Hausärzteverband und AOK schließen Vertrag

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Bayern: Hausärzteverband und AOK schließen Vertrag

Korzilius, Heike

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Versorgung außerhalb des KV-Systems: AOK-Versicherte in Bayern können sich in den Vertrag einschreiben. Foto: Fotolia
Versorgung außerhalb des KV-Systems: AOK-Versicherte in Bayern können sich in den Vertrag einschreiben. Foto: Fotolia
Der Bayerische Hausärzteverband, die AOK Bayern und die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft haben am 13. Februar einen Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung unterzeichnet. Es war nach dem Hausarztvertrag zwischen Medi, dem Hausärzteverband und der AOK Baden-Württemberg bundesweit der zweite Vertragsabschluss, der außerhalb des Systems der Kassenärztlichen Vereinigung stattfand. Nach Angaben des bayerischen Hausärzteverbands erhalten die am Vertrag teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte künftig einen durchschnittlichen Fallwert von 85 Euro. Dessen Vorsitzender Dr. med. Wolfgang Hoppenthaller sagte, der Tag der Vertragsunterzeichnung sei ein Tag, der in die Geschichte der bayerischen Hausärzte eingehen werde.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, gratulierte den bayerischen Hausärzten zum Vertragsabschluss. „Mehr Zeit für die Patienten, eine rationale Versorgungssteuerung und ein auskömmliches Honorar für die Hausärzte sind die Ziele der autonomen Verträge außerhalb der Körperschaften, deren Monopol nun endgültig gebrochen ist“, erklärte Weigeldt. Dem Vertrag waren, wie die AOK Bayern betont, lange und schwierige Verhandlungen vorausgegangen. Die neue Vereinbarung sei erforderlich geworden, weil der Gesetzgeber die Krankenkassen zu Jahresbeginn auf Initiative der bayerischen Staatsregierung verpflichtet habe, Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung mit demjenigen Partner abzuschließen, der mindestens die Hälfte der Hausärzte im Bereich einer KV vertritt.

Der AOK zufolge profitieren in den Vertrag eingeschriebene Patienten unter anderem von erweiterten Vorsorgeangeboten, besonderen Leistungen vor und nach Kranken­haus­auf­enthalten und Operationen sowie der Vermittlung von Facharztterminen in dringenden Fällen. Außerdem zahlen die teilnehmenden Versicherten jährlich statt 40 Euro nur zehn Euro Praxisgebühr. Die am Hausarztvertrag teilnehmenden Ärzte verpflichten sich laut AOK, ihre Patienten nach evidenzbasierten Leitlinien zu behandeln, an Qualitätszirkeln zur Arzneimitteltherapie teilzunehmen, sich regelmäßig fortzubilden und in ihren Praxen ein Qualitätsmanagement durchzuführen. HK
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