ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2009Randnotiz: Twittern aus dem OP
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LNSLNS Seitdem der US-amerikanische Präsident Barack Obama die Kurznachrichtentechnik Twitter in seinem Wahlkampf nutzte und spektakuläre Ereignisse wie die Notlandung eines Flugzeugs auf dem Hudson River damit in kürzester Zeit weltweit vermeldet werden, gilt Twittern als neuer Megatrend im Internet. Mit den aus maximal 140 Zeichen bestehenden Mikroblogs kann man über die Kommunikationsplattform direkt einen beliebig großen Personenkreis erreichen. „Tweets“ verfassen kann jeder, empfangen werden die Mitteilungen von den „Followers“, die diese zuvor abonniert haben.

Auch Ärzte wollen bei dieser Entwicklung, so scheint es, nicht abseitsstehen. „Chirurgen twittern aus dem OP“ berichtete die österreichische Nachrichtenagentur Pressetext unter Berufung auf CNN. Im Henry Ford Hospital in Detroit habe der zuständige Chief Resident per Laptop die Tumorentfernung an einer Niere dokumentiert – wohlgemerkt live! Der Twitterbericht sollte der ärztlichen Weiterbildung wie auch dem öffentlichen Interesse dienen. Gezeigt werden sollte im konkreten Fall, wie ein Tumor an der Niere entfernt werden kann, ohne dabei das gesamte Organ zu entfernen.

Wer Nervenkitzel liebt, konnte dabei voll auf seine Kosten kommen: Wie sich bei der Nierenoperation herausstellte, war der Tumor deutlich größer, als zunächst angenommen. „Meine Güte, das Ding ist groß“, wird der Operateur zitiert. Am Ende verläuft die OP jedoch glimpflich: „Der Tumor ist herausgeschnitten, die Blutungen unter Kontrolle, wir sind dabei, die Klemmen abzulösen“, heißt es am Ende. Die Followers können sich beruhigt zurücklehnen – glückliches Ende für ein Drama in 140-Zeichen-Akten.
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