ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2009Euthanasie: Besinnung auf die ärztliche Ethik
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In dem Artikel wird zustimmend zitiert: „Der Bioethiker Warren T. Reich . . . hält die in der NS-Zeit systematisch betriebene Abkehr von der individuellen Fürsorge für den Patienten hin zur Vorsorge zum Nutzen der Allgemeinheit . . . für die tiefere Ursache des Abgleitens in die Unmenschlichkeit.“ Als Lehre aus der Vergangenheit sei es zu vermitteln, wie vordringlich die persönliche Zuwendung zum Patienten ist. Hilfreich für diese Haltung könnte sein, wenn wir uns als Ärzte auf eine die Zeiten übergreifende, von der jeweiligen Gesellschaftsordnung unabhängige ärztliche Ethik besinnen würden. Die gibt es übrigens schon seit 2 400 Jahren. Im hippokratischen Eid, der über die mittelalterliche Glanzzeit der arabischen Medizin sogar Eingang in die islamische Welt gefunden hat, geht es ausschließlich um das Verhältnis des Arztes zu seinem Patienten, die Bedürfnisse der Gesellschaft spielen da keine Rolle. Würden wir diese Forderung ernst nehmen, hätte das übrigens unangenehme Konsequenzen, wir müssten uns z. B. aus dem Abtreibungsgeschäft zurückziehen . . .
Dr. Gotthard Friedrich, Museumsplatz 3, 59227 Ahlen
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