ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2009Kardiologie: Widerspruch
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Der oben genannte Medizinreport sieht die nuklearkardiologische Bildgebung fehlerhaft und widersprüchlich.
- Stressechokardiografie und Myokardszintigrafie zählen Sie zu den etablierten bildgebenden Verfahren. Das ist korrekt, aber die SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) ist die Standardaufnahmetechnik bei der Myokardszintigrafie und nicht ein Verfahren, das irgendwo in der „technischen Vielfalt“ der Bildgebung einzusortieren ist.
- Die „nukleare Bildgebung“ – gemeint ist wohl die kardiologische Nuklearmedizin – dringt in ihrer Auffassung langsam vom präklinischen in den klinischen Bereich vor. Das ist schlicht falsch. In Deutschland wurden 2007 über 250 000 Myokardszintigrafien (Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung) durchgeführt. Von einem langsamen Vordringen kann bei diesen Zahlen nun nicht die Rede sein, zumal zu Beginn Ihres Reports die Myokardszintigrafie als etabliertes Verfahren dargestellt wurde. Wieso sollte das Verfahren dann jetzt langsam in die Klinik vordringen, oder haben Sie vielleicht die molekulare Bildgebung gemeint?
- Der Stellenwert der etablierten Verfahren wie SPECT-Myokardszintigrafie – deren klinische Bedeutung in der Tat durch Zehntausende von Untersuchungen abgesichert ist – und Stressechokardiografie sind im Artikel weitgehend unberücksichtigt geblieben.
- Der Abschnitt „Die einzelnen Techniken“ handelt zu 90 Prozent von der Kardio-CT und zu zehn Prozent von der Kardio-MRT (die beide keine Kassenleistungen sind!), und als Fazit steht dann doch der Herzkatheter über allem?
- Als kritischer Leser fragt man sich, wo die zehntausend MRT-Perfusionsstudien publiziert wurden . . .

Literatur bei den Verfassern
Für die Verfasser:

PD Dr. med. Oliver Lindner, Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung,
Herz- und Diabeteszentrum NRW, Georgstraße 11, 32545 Bad Oeynhausen
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