Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Herzlichen Dank für den exzellenten Übersichtsartikel zu neuen wissenschaftlichen Medien und ihrer Bedeutung in der Medizin . . . Lassen Sie mich auf zwei Vorteile des Onlinepublishings für kleinere oder interdisziplinär aufgestellte Fächer hinweisen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein Fach von hoher epidemiologischer Bedeutung, mit vielen Bezügen zu anderen Fächern wie Pädagogik, Psychologie, Recht, Forensik und Public Health. Bestimmte Artikel in Randgebieten wie forensischer Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Pharmakoepidemiologie werden in unseren üblichen Journals eher wenig beachtet, erhielten aber in unserem Open-Access Online-Journal innerhalb eines Jahres mehrere Tausend Downloads von „fachfremden“ Wissenschaftlern, welche an der spezifischen Problematik interessiert sind. Open-Access-Publishing fördert die interdisziplinäre wissenschaftliche Entwicklung durch freien Zugang. Das zweite Phänomen ist von Thomas L. Friedman in seinem Bestseller „The world is flat“ dargestellt worden. Während es vor einigen Jahren noch unmöglich gewesen wäre, technologische Entwicklungen aus der indischen Provinz und wissenschaftliche Entwicklungen in meinem Fach aus der schwäbischen Provinz anzustoßen, ist es uns durch die stärkere Chancengleichheit und Ressourcenunabhängigkeit bei der Internetpublikation möglich gewesen, von Ulm aus eine weltweite Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und seelische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen, Child Psychiatry and Mental Health (CAPMH) mit einem weltweiten Beirat und einem stellvertretenden Editor am NIMH in den USA zu etablieren. Neue europäische Initiativen müssen also nicht in den Hauptstädten lokalisiert sein, was zählt ist Effizienz und wissenschaftliche Qualität und nicht mehr der Standort der Herausgeber. Die Karrieren vieler Wissenschaftler hängen oft von der Neubewilligung und Verlängerung von Forschungsprojekten ab. Hierfür sind zeitnahe Publikationen von Vorbefunden eine zentrale Voraussetzung. Wir konstatieren in unserem Journal, dass immer mehr international sehr reputierte Forscher ihre ersten Ergebnisse aus ihrem Projekt bei uns veröffentlichen, weil sie hier schneller prozessiert werden und dies die Gewähr dafür bietet, dass im Rahmen einer Neuantragstellung oder Stellung eines Verlängerungsantrags schon publizierte Ergebnisse die Chancen der Wissenschaftler erhöhen. Durch gezieltes Onlinepublishing ist es des Weiteren möglich z. B. die wichtigsten Artikel aus einem Tagungsband als spezielles Themenheft weltweit online zu publizieren und gleichzeitig einen traditionellen Tagungsband mit noch anderen Beiträgen zum selben Thema zu veröffentlichen . . .

Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Steinhövelstraße 5, 89075 Ulm
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema