ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2009Rückenschmerzen: Leitlinie wäre hilfreich
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Dass viele Therapieverfahren nicht effektiv sind, hat wohl seinen Grund, da der Rückenschmerz nicht als Symptom, sondern oft schon als Diagnose genommen und damit verkannt wird. Die fleißige Aufrechnung der jährlichen Kosten von durchschnittlich 7 116 Euro je Patient nützt dem Kranken in keiner Weise. Für den am Kranken tätigen Arzt wäre eine Liste: „Rückenschmerzen – mögliche Diagnosen, angeratene Diagnostik und sinnvolle, effektive Therapie“ in der Art einer „Leitlinie“ eine sehr gute Hilfe in der Praxis. An zwei selbst erlebten Beispielen sei mir die Erklärung meiner These erlaubt:
1. Ein 60-jähriger, voll berufstätiger, sportlich aktiver Mann erkrankt im Sommer an heftigen Rückenschmerzen. Nach einer diagnostischen und therapeutischen Odyssee wird eine Neuroborreliose entdeckt und erfolgreich behandelt.
2. Eine 67-jährige, sportliche und gesund erscheinende Frau klagt plötzlich, im Sommer nach Wandern, Schwimmen, Rudern und Rad fahren über starke Rückenschmerzen, die von der Grenze zwischen BWS und LWS beginnend, segmental nach linksventral ausstrahlen. Nach einer vierwöchentlichen und intensiven Diagnostik (davon zwei Wochen stationär) wird durch ein CT des Abdomens ein Pankreasschwanzkarzinom gefunden. Die radiologische Diagnose wurde operativ bestätigt.
Die Forderung müsste lauten: „Macht die Diagnostik gründlich und gut, dann kann auch die Therapie in die richtige Bahn gehen.“
MR Dr. med. Lothar Schirmer, Alte Ladenstraße 6,
15890 Eisenhüttenstadt
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