ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2009Honorarreform 2009: Zufall oder politische Absicht?
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ganz abgesehen davon, dass in nervenärztlichen Praxen nun auch Arbeitsplätze abgebaut werden: Viel gravierender sind die Folgen der neuen Honorarregelungen für die Patienten: Es werden nur noch psychiatrische Gespräche von insgesamt 30 Minuten in drei Monaten bezahlt, damit können weder Depressionen leitliniengerecht behandelt (in den ersten vier Wochen wöchentlich Termine, dann zweiwöchentlich) noch überhaupt eine erste Untersuchung angemessen durchgeführt werden. 13,48 Euro für ein zehnminütiges fachpsychiatrisches Behandlungsgespräch, da lohnt sich ein Vergleich mit einem Friseurbesuch oder dem Autoservice. Eigentlich kann man sich gar nicht vorstellen, dass es wirklich politisch gewollt ist, bei mehr Honorar insgesamt ausgerechnet die sprechende Medizin weniger zu honorieren, wo doch bekannt sein dürfte, dass nahezu jeder zweite Bundesbürger im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer psychischen Störung erkrankt . . . Wir hatten ja gar nicht mehr Honorar in 2009 erwartet, aber warum man bei einem Honorarplus von 4,2 Prozent im ersten Quartal in Bayern dann ein Minus von 35 Prozent hinnehmen muss, hat bisher noch keiner von der KV, den Kassen oder den Politikern erklären können. Alles nur Zufall durch die Zahlenspielereien am Computer? Oder politische Absicht? Dann sollte bitte klar geäußert werden, dass keine Fachärzte mehr erwünscht sind. Äußerungen von Lauterbach und Schmidt weisen leider in die Richtung . . .

Dr. med. Andreas Meißner, Tegernseer Landstraße 49, 81541 München
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige