ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Die Tonsillektomie im Kindesalter: Erläuterung im Text wünschenswert
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LNSLNS Die Autoren trennen die Begriffe und die Indikationen der Tonsillektomie und der Tonsillotomie nicht sauber von einander. Grundsätzlich kann man die Tonsillektomie in die herkömmliche extrakapsuläre und in die intrakapsuläre Form (Tonsillotomie, Tonsillenteilresektion) einteilen. Bei der Tonsillotomie erfolgt eine unvollständige Entfernung der Gaumenmandeln. Zum Verständnis wird leider erst später im Text auf den Unterschied eingegangen.

Die Autoren führen aus, dass eine Indikation zur Tonsillektomie oder Tonsillotomie unter anderem bei ausgewählten entzündlichen Erkrankungen der Tonsillen oder des peritonsillären Raumes besteht. Die Indikation der Tonsillotomie ist jedoch nur die symptomatische, nicht entzündlich bedingte, verlegende Hyperplasie der Gaumenmandeln im Kindesalter bei fehlenden Zeichen rezidivierender Tonsillitiden. Die Tonsillotomie galt lange Zeit als ein obsoleter Eingriff, weil in der Folge der Operation eine Häufung von Vernarbung des restlichen Tonsillengewebes mit nachfolgenden chronischen Entzündungen oder Abszessen auftraten. Diese Komplikationen waren nicht so sehr auf die Methode, sondern vielmehr auf die nicht korrekte Indikationsstellung zurückzuführen.

Ein wesentlicher Vorteil der Tonsillotomie gegenüber der Tonsillektomie wird in dem geringeren postoperativen Nachblutungsrisiko gesehen. Zusätzlich wird durch die Schonung der Gaumenbögen eine Schmerzreduktion erreicht. Diese Vorteile tragen zu einer verkürzten Hospitalisation der Kinder bei. Im Kasten 2 führen die Autoren die Komplikationen nach Tonsillektomie auf. Es erfolgte dort leider nur eine Zusammenstellung ohne Wertung. Im Text wird lediglich vermerkt, dass neben Nachblutungen den anderen Operationsfolgen aufgrund ihrer Seltenheit eine geringere Bedeutung zukommt. Es werden jedoch auch extrem seltene, ungewöhnliche Komplikationen aufgelistet (Emphysem, Pneumomediastinum/-thorax, N.-recurrens-Schädigung, Meningitis), die in der Literatur zum Teil nur im Rahmen von Kasuistiken mitgeteilt werden. Eine nähere Erläuterung im Text wäre wünschenswert gewesen. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0192a

Dr. med. Michael Reiß
Heinrich-Zille-Straße 13, 01445 Radebeul
E-Mail: Michael.Reiss@elblandkliniken.de
1.
Ericsson E, Hultcrantz E: Tonsil surgery in youths: good results with a less invasive method. Laryngoscope 2007; 117: 654–61. MEDLINE
2.
Gronau S, Fischer Y: Die Tonsillotomie. Laryngorhinootologie 2005; 84: 685–90. MEDLINE
3.
Scherer H: Tonsillotomie versus Tonsillektomie. Laryngorhinootologie 2003; 82: 754–5. MEDLINE
4.
Stuck BA, Windfuhr JP, Genzwürker H et al.: Tonsillectomy in children [Die Tonsillektomie im Kindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(49): 852–61 VOLLTEXT
1. Ericsson E, Hultcrantz E: Tonsil surgery in youths: good results with a less invasive method. Laryngoscope 2007; 117: 654–61. MEDLINE
2. Gronau S, Fischer Y: Die Tonsillotomie. Laryngorhinootologie 2005; 84: 685–90. MEDLINE
3. Scherer H: Tonsillotomie versus Tonsillektomie. Laryngorhinootologie 2003; 82: 754–5. MEDLINE
4. Stuck BA, Windfuhr JP, Genzwürker H et al.: Tonsillectomy in children [Die Tonsillektomie im Kindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(49): 852–61 VOLLTEXT

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