ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Drogenbericht: Zahl der Drogenopfer steigt erstmals wieder

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Drogenbericht: Zahl der Drogenopfer steigt erstmals wieder

Gieseke, Sunna

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Heroinkonsum in Verbindung mit Beruhigungsmitteln ist die häufigste Todesursache. Foto: dpa
Heroinkonsum in Verbindung mit Beruhigungsmitteln ist die häufigste Todesursache. Foto: dpa
Im vergangenen Jahr starben bundesweit 1 449 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), Anfang März in Berlin mitteilte. Das war der höchste Stand seit fünf Jahren und ein Anstieg um 3,9 Prozent gegenüber 2007.

Die Ursachen seien sehr schwer nachzuvollziehen, betonte Bätzing. Auffällig sei, dass die Zahl der älteren Drogentoten steige. Mehr als 70 Prozent der Verstorbenen waren über 30 Jahre alt. Diese Menschen seien nach jahrelanger Abhängigkeit körperlich geschwächt und psychisch belastet. Die meisten Todesfälle seien auf eine Überdosis Heroin, häufig in Verbindung mit Alkohol oder Schlaf- und Beruhigungsmitteln, zurückzuführen. Etwa die Hälfte habe drei oder mehr Substanzen gleichzeitig konsumiert.

Als Konsequenz aus der Entwicklung forderte Bätzing eine Reihe von Maßnahmen. Um das Überleben von Drogenabhängigen zu sichern, seien unter anderem die Einrichtung von Drogenräumen sinnvoll und eine qualitativ gestützte Substitutionstherapie mit Methadon oder Diamorphin. Ersatztherapien sollten auch in Gefängnissen zur Verfügung stehen. Denn häufig träten Todesfälle nach einer Haftentlassung auf. Häftlinge kämen zwar nicht an Drogen, ihre Sucht sei aber längst nicht geheilt und der Körper durch die Abstinenz entwöhnt.

Auch die Zahl der erstauffälligen Konsumenten harter Drogen stieg im vergangenen Jahr erstmals seit 2004 wieder an. 19 203 Drogenabhängige wurden zum ersten Mal bei den Behörden erfasst – gegenüber 2007 ein Anstieg um drei Prozent. sun
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